Archiv der Kategorie: Magento

CouchCommerce Status Quo – Wir sind live!

Fast 9 Monate ist es her, dass ich erstmals über CouchCommerce geschrieben habe. Seitdem ist viel passiert und wir sind Mittwoch, den 12.09.2012, an den Markt gegangen.

Das Interesse ist erfreulicher weise sehr groß und wir freuen uns, dass sich bereits über 60 Online-Shops in den wenigen Tagen registriert haben. Ein Großteil davon nutzt Magento als Shopsystem und kann daher schnell mit unserem Modul durchstarten. Für weitere Systeme wie Shopware, xt:Commerce, Oxid, os:Commerce, Gambio und Presta werden wir unsere Module in den nächsten Monaten fertigstellen (siehe Roadmap). Individuelle Shopsysteme können jetzt bereits per API und Feed integrieren.

Besonders erfreulich für unseren Markteintritt ist die Partnerschaft mit PayPal, die uns in den nächsten Wochen die nötige Reichweite bringt, um möglichst viele Händler rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft für Smartphones & Tablets fit zu machen. Auch haben unsere Tests gezeigt, dass dank der einfachen Bezahlung durch nur ein paar mal Tippen, PayPal im Bereich mobile Commerce aktuell die beste Conversion für die Händler generier.

Weitere Partnerschaften mit Agenturen und Shopsystemen konnten wir auch schon schließen, so dass wir in Kürze weitere freudige Neuigkeiten zu verkünden haben. Kooperationen mit Shopsystemen (Open Source & SaaS) sind für uns besonders wichtig, da wir so mit nur einer Integration vielen Händlern die einfache Nutzung von CouchCommerce ermöglichen.

Mit Christoph verstärkt unser Gründerteam bald ein echtes JS Genie. Als Gründer der Hannover.JS usergroup ist er am Puls der Zeit und wird neben der Entwicklung unserer eigenen Master Templates für Web-Apps auch das Contributor Programm beleben.

Neben Tablets & Smartphones werden wir uns jetzt auch verstärkt Smart TVs widmen. Diese sind als second screens im Wohnzimmer sehr spannend im e-Commerce einsetzbar. Mehr Details zu dem Thema werden wir im Rahmen des ConventionCamps im November veröffentlichen.

Ich werde ab jetzt regelmäßiger über CouchCommerce schreiben, denn wir fangen gerade erst an und haben noch viel vor im Post PC Commerce!

Hier übrigens noch unser Produktvideo:

Online-Shop Wissen: Mobile Template, Responsive Design vs. Native App vs. Web App

Die Themen Mobile Commerce und Couch Commerce stellen Online-Shops vor neue Herausforderungen. Wie begegne ich dem Anstieg der Besucher mit Tablet und Smartphone in meinem Online-Shop? Bietet mein Shopsystem Mobile Templates? Lasse ich mir Native Apps für iOS, Android und Windows programmieren oder fokussiere ich mich auf eine Web-App, die im Browser aller mobilen Geräte läuft?

Zur Orientierung erkläre ich kurz was man unter Nativen Apps, Web Apps und Mobile Templates bzw. Responsive Design versteht:

Mobile Templates & Responsive Design

Mobile Templates werden meist von Shopsystemen oder Template Entwicklern bereitgestellt. Wie bei einem “normalen” Shoptemplate für Desktop Computer mit Maus und Tastatur werden diese im Shopsystem installiert und müssen dann im Quellcode angepasst werden. Technisch funktionieren sie wie ein normaler Online-Shop. Bei jedem Touch wird aus dem Browser eine Anfrage an den Server gestellt und der gewünschte Inhalt zurück zum Gerät gesendet. Mobile Templates werden in der Regel für Smartphones angeboten, jedoch nicht für Tablets.

Responsive Designs werden mit Vorliebe von Agenturen angeboten. Ähnlich wie bei Mobile Templates wird die angezeigte Seite so konzipiert, dass ein Template für alle Geräte und Auflösungen erstellt wird, so dass sich die Größe automatisch anpasst.
Technisch funktionieren aber auch Responsive Designs wie Mobile Templates, also normale Websiten. Bei jedem Touch gibt es aus dem Browser heraus einen Server Request, so dass alle gewünschten Inhalte immer erst neu geladen und an das Gerät gesendet werden müssen.
Im Gegenteil zu einem Mobile Template passt sich das Responsive Design flexibel an das jeweilige Gerät und jede Auflösung an. Die Inhalte werden immer neu angeordnet. Der Vorteil gegenüber dem Mobile Template: Der Inhalt ist immer der selbe wie auf dem PC, er wird nur einmalig festgelegt.
Für Webseiten macht Responsive Design durchaus Sinn, jedoch weniger für die Verwendung im eCommerce, da hier sehr hohe Kosten in der Umsetzung und enormer Wartungsaufwand entstehen.

Vorteile:

  • Mobile Templates werden sofort im Browser angezeigt
  • Es ist keine Installation auf dem Gerät nötig
  • Es werden viele Betriebssysteme und Hersteller unterstützt
  • Gleicher Inhalt auf allen Geräten (nur responsive Design)

Nachteile:

  • Verlust des Warenkorbes bei schlechter Internetverbindung bzw. angewiesen auf gute und dauerhafte Internetverbindung
  • Nur optimiert für Smartphones und nicht für Tablets (mobile Template)
  • Eingeschränkte Usability aufgrund der Unterstützung von wenigen nativen Gesten
  • Hoher Installationsaufwand im Shopsystem
  • Hohe Kosten (responsive Design)

Beispiel:

Shopware Mobile Template für Smartphones

Native Apps

Native Apps werden bisher auch gerne einfach als Apps bezeichnet, da Apple diese durch die iOS Geräte geprägt hat. Darunter versteht man eine Anwendung die auf dem Gerät installiert wird. Zu finden sind Native Apps in App Stores, die auch die Regeln vorgeben nach denen entwickelt werden muss. Die Entwicklung von Nativen Apps ist mit viel Aufwand verbunden, da man sie für jedes Eco-System einzeln entwickeln muss (z.B. Apple, Android, Blackberry und Windows) und Tablets sowie Smartphones jeweils eine eigene Apps benötigen.

Vorteile:

  • Auffindbarkeit in App Stores
  • Viele Hardwarekomponenten können genutzt werden (z.B. GPS)
  • Unterstützung aller nativer Gesten für gute Usability

Nachteile:

  • App Stores geben Regeln & Geschäftsmodell vor
  • Hoher Entwicklungs- und Updateaufwand
  • Nutzung für Kunden nicht sofort sondern erst nach Installation möglich

Beispiel:

Oxid e-shop mobile

Web Apps

Web Apps sind die neuste Kategorie unter den drei Lösungen und erst dank der Entwicklung von Mobile Frameworks wie Sencha Touch und jQuery Mobile möglich. Diese Frameworks erlauben es Web Apps zu erstellen die aussehen wie Native Apps, alle bekannten Gesten unterstützen und sogar auf Hardwarekomponenten zuzugreifen. Trotzdem laufen sie im Browser der Geräte und können ohne Installation sofort genutzt werden.

Vorteile:

  • Web-Apps werden sofort im Browser angezeigt
  • Auch wenn die Internetverbindung kurz nicht verfügbar ist kann weiter gesurft werden und der Warenkorb bleibt erhalten
  • Alle für Online-Shops relevanten Hardwarekomponenten können genutzt werden

Nachteile:

  • Individuelle Entwicklung erfordert eine Agentur
  • Neue Technologie unterscheidet sich stark von der bisheriger Online-Shops
  • Nicht auffindbar in App Stores

Beispiel:

CouchCommerce Web-Apps für Online-Shops

Fazit

Das Thema Mobile Commerce nimmt jetzt erst richtig Fahrt auf, obwohl der Boom schon seit einigen Jahren immer wieder aufs neue vorhergesagt wurde. Ein Großteil des “mobilen” Umsatzes wird jedoch von zu Hause aus über Tablets gemacht, die langsam die Laptops & PCs ablösen, sowie den Katalog auf der Couch ersetzen. Bei der Erstellung der Mobile-Strategie sollte jeder Shopbetreiber daher neben Smartphones immer auch Tablets berücksichtigen. Noch dieses Jahr werden Android (Nexus 7) und Windows (Surface) den Tablet Markt in Deutschland betreten und Apples iPad Marktanteile verlieren. Ähnlich wie bei den Smartphones schon heute sollte daher berücksichtigt werden, dass auch auf dem Tablet Markt eine Diversifikation einsetzen wird und man mit dem Online-Shop auf möglichst vielen Betriebssystemen und Bildschirmgrößen optimiert verfügbar sein muss.

Eine Web-App stellt die Lösung mit der größten Abdeckung an Geräten dar und ist daher meine strategische Empfehlung für große und kleine Online-Shops. Die folgende Tabelle verdeutlicht diese Empfehlung.

Die nächste Generation der e-Commerce Entwicklung

Letzte Woche habe ich einen Denkanstoß gegeben und die Frage in den Raum gestellt, ob Shopsysteme oder eher Frameworks in Zukunft Innovationen voran treiben im e-Commerce. Außerdem habe ich ein paar Beispiele für neue Datenbanktechnologien genannt, die heiße Kandidaten auf den Einsatz in kommenden e-Commerce Lösungen sind.

Wie ich erfahren habe, gibt es heute bereits die Technologie, die wohl die nächste Generation der Internetentwicklung antreiben wird. Da scheinbar jeder Browser JavaScript unterstützt und die Großen wie Firefox, IE und Opera von den Innovationen von Google Chrome partizipieren, die in dieser Absicht open source veröffentlicht wurden, scheint JavaScript die größten Chancen zu haben sich Client-Seitig entgültig  durchzusetzen. Bevor es ein JavaScript Konkurrent in alle Browser schafft, sollte einige Zeit vergehen. Auch Server-Seitig kommt JavaScript mittlerweile vereinzelt zum Einsatz, ist dort aber natürlich in einer komplette anderen Wettbewerbssituation.

Beeindruckt hat mich in diesem Kontext Cloud9, ein web-basierter IDE (integrated development environment), der es Entwicklern ermöglicht im Browser zu entwickeln und zu debuggen. Entwicklungssoftware entfällt somit völlig und mit einem minimalen Stack von z.B. MongoDB oder CouchDB und Node.js kann eine vollwertige Alternative zu LAMP (Linux, Apache, MySQL und PHP) entstehen, wie es heute der Standard im Web ist.

Wenn ich mir jetzt ein Entwicklungsteam für ein LAMP Projekt (wie Magento, OXID, Shopware oder Presta) vorstelle und dieses mit meinem vorangestellten Beispiel von JavaScript vergleiche fällt auf, dass ich theoretisch nur eine JavaScript Kompetenzgruppe in der Entwicklung brauche. Der bisher bekannte Unterschied zwischen Front End, Back End und Infrastruktur entfällt.

Für Agenturen würde das bedeuten, dass sie ihre Teams viel einfacherer auslasten könnten und auch das Anlernen aufgrund des einfacheren Austausches von Wissen viel schneller vorangehen müsste. Jetzige Front End Agenturen, die wohl die meisten JavaScript Entwickler beschäftigen dürften, könnten ihren Tätigkeitsbereich leicht erweitern und ganze Lösungen anbieten.

Eine kleine Einführung in die e-Commerce Entwicklung mit MongoDB hat Kyle Banker bereits im April 2010 in seinem Blog gegeben. Dank der Weiterentwicklung im letzten Jahr, sollte der Einstieg noch leichter geworden sein. Er nimmt dabei übrigens auch Bezug auf das Schema von Magento.

Soweit bekannt, würde ich mich über Beispiele von e-Commerce Entwicklungen auf Basis von MongoDB, CouchDB und Node.JS freuen!

Im Oktober findet übrigens in Berlin eine Konferenz zu dem Thema statt: JSconf.eu

Die Post Magento Ära hat begonnen

Es ist jetzt etwas über drei Jahre her, dass der große Hype um Magento begonnen hat. Drei Jahre sind im Kreise von Softwareentwicklung und besonders im Internet bekannter weise ein langer Zeitraum. So ist es nicht verwunderlich, dass Magento mittlerweile nicht mehr durch technische oder funktionale Innovationen, sondern durch Referenzen und den Verkauf an eBay auf sich aufmerksam macht. Zeiten ändern sich und Magento hat sich jetzt als ein Dickschiff unter vielen im e-Commerce irgendwo zwischen ganz kleinen und mittel großen online Händlern eingereiht. Für die ganz großen hat es leider nicht gereicht und diese werden jetzt auch richtiger weise von anderen Playern (GSI, Intershop etc.) im eBay Netzwerk betreut.

Die Community freut sich über neue Veröffentlichungen der 1.x Editionen, die Fehler im schnell gewachsenen Code beheben. Das Kernteam von Magento selbst hingegen, ist schon längst mit Magento 2 beschäftigt, welches all das verspricht, was die 1.x dann doch nicht mehr schafft in ihrer Lebenszeit. Ein Cut, aber wie konsequent?

Da mittlerweile bekannt geworden ist, dass Magento 2 wiederum auf vergleichbare Technologie setzt und auch das EAV Datenbankmodell erneut die Antwort auf Flexibilität bei Attributen sein wird, stellt sich die Frage welches Shopsystem im e-Commerce innovative Akzente setzen wird.

Auf der Next Conference wurde dieses Jahr ein Projekt von Rewe vorgestellt. Es stellte sich in der Konzeptionsphase heraus, dass die am Markt verfügbaren Shopsysteme nicht in der Lage sind die große Anzahl an Katalogen und Individualisierbarkeit abzubilden, die von einer solchen Lösung verlangt wird. Auch die Skalierbarkeit machte Sorgen. Die Antwort war dann eine Eigenlösung, basierend auf aktuellster Web-Technologie, die man bisher vergeblich in Shopsystemen sucht. Dazu gehört neben einem HTML5 Front End besonders ein nicht relationales Datenbanksystem (NoSQL). Denn mit Hilfe einer solchen Technologie, wie sie unter MongoDB und CouchDB bekannter ist, lassen sich hoch skalierbare und besonders infrastruktur-schonende Lösungen umsetzen. Für weitere Informationen zu der Lösung empfehle ich das Video des Vortrages.

Magento, Oxid, Presta und Shopware, keine dieser Open Source Lösungen nutzt bisher NoSQL oder vergleichbare Technologien. Der Wettkampf zwischen diesen Systemen erfolgt eher im Rahmen des Marketings, anhand von Feature Listen und out-of-the-box unterstützter Geschäftsmodelle. Die Frage nach den wirklichen Innovationen im e-Commerce Umfeld bleibt also stehen. Und ich frage mich, ob Shopsysteme überhaupt die Vorreiterrolle einnehmen sollten, oder man aufgrund der schnellen Weiterentwicklung eine Ebene tiefer ansetzen sollte, bei den Frameworks, deren Komponenten und Vernetzung sich schneller anpassen lässt.

Was wird aus Magento?

Nach dem Verkauf an eBay und der Enthüllung um die auf der Strecke gebliebenen und am Aufbau von Magento beteiligten Mitarbeiter, fragen sich viele wie es mit Magento weiter geht.

Um das Stimmungsbild einzufangen hat Josef von TechDivision eine Umfrage gestartet und bittet um rege teilnahme in der Szene. Ich möchte mit diesem Beitrag auch auf seine Umfrage aufmerksam machen. Bitte teilnehmen:

Umfrage zur Magento-Übernahme durch eBay