ecomPunk.com & neue Projekte

Im März ist es etwas ruhig hier in meinem Blog gewesen. Die Gründe dafür sind neben dem ersten richtigen Urlaub seit Jahren, auch in der Vorbereitung neuer Projekte zu finden, denen ich mich ab sofort widme:

Ich freue mich sehr über die spannenden Projekte und werde auch den ringsdorff.net Blog fortan weiter am Leben halten. Da ich zum Thema e-Commerce jedoch primär in Englisch bloggen werde unter ecomPunk, empfehle ich Feed, Twitter und Facebook, um bei Interesse auf dem Laufenden zu bleiben.

e-Commerce auf der CeBIT 2011

Morgen öffnet die CeBIT wieder einmal ihre Pforten für die IT Interessierten und empfängt vom 1. bis 5. März Gäste aus der ganzen Welt. Schön ist, dass sich das Thema e-Commerce in diesem Jahr besonders präsent zeigt und im Rahmen der Webciety erstmalig der so genannte e-Commerce Park eingerichtet wurde.

Im e-Commerce Park präsentieren sich Unternehmen zu den Themen Shopsystem, Usability, Social Commerce, Mobile Commerce und online Marketing. In einer Vortragsreihe werden die Themen außerdem vor Ort von den Anbietern vorgestellt.

Auch die Webciety bietet dieses Jahr wieder ein spannendes Programm während der fünf Messetage in Halle 6 und beschäftigt sich teilweise mit dem Thema e-Commerce. So werde auch ich am Freitag den 4. März um 11:40 Uhr an einer Diskussion zum Thema “Future of Online Shopping” teilnehmen.

Future of Online Shopping
Was sind die spannenden Entwicklungen für das Online-Shopping der nächsten Jahre? Welche Konzepte begeistern und überzeugen die Online-Käufer? Experten und Projektverantwortliche bewerten die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Shopping-Plattformen und Applikationen.
Diskussion:
Christian O. Grötsch, dotsource
Alexander Neuhausen, Intershop Communications
Alexander Ringsdorff, ringsdorff.net / next commerce
Björn Schäfers, Smatch
Dieter Kartmann, Shopgate
Moderation: Björn Negelmann, Kongress Media

Das T3N bietet am gleichen Tag mit der Blogger-Tour und Blogger-Party ein empfehlenswertes Programm an, an dem auch ich gerne teilnehmen werde. Sicher bietet sich dann, wie schon im letzten Jahr, am Abend die Möglichkeit zum Austausch bei dem einen oder anderen Kaltgetränk!

Video: Beeindruckende Facebook Zahlen!

In in einem aktuellen Video fasst Alex Trimpe beeindruckende Facebook Fakten zusammen. Neben der durchschnittlichen Gesamtaktivität innerhalb von 20 Minuten auf der Plattform verdeutlicht er auch wie sehr die Nutzer von Facebook auf die Seite als Informationsquelle setzen. So beziehen 48% von ihnen die Nachrichten per Facebook und 57% tauschen sich online mehr aus als offline in wirklichen Dialogen mit anderen Menschen. Bei Facebookmarketing.de finden sich noch weiterführende Links.

In jedem Fall sehenswert:

Wer schafft den Social-Sprung für die Politik?

Gestern erschien ein Artikel von Semil Shah bei TechCrunch, der sich mit der vielleicht nächsten großen sozialen Welle beschäftigt: Politische Meinungsbildung über soziale Netzwerke.

Erstmalig spielten offensichtlich die sozialen online Netzwerke, im Vordergrund natürlich Facebook und Twitter, bei der Revolution in Ägypten eine maßgebliche Rolle und wurden auch so, wie man an den Gegenmaßnahmen erkennen konnte, von der Regierung wahrgenommen.

In seinem Artikel stellt Semil ein Startup vor, welches jetzt diese Bewegungen aus sozialen Netzwerken auch in die Politik von Amerika einbringen will: Votizen

Specifically, Votizen validates a user’s existing Facebook, Twitter, and other social media accounts as belonging to a real voter in the real world. It then provides tools to connect voters who share the same views along with a delivery mechanism to reach the voters’ specific elected representatives.

In der Tat ist es beachtlich welche Budgets im Wahlkampf, besonders in Amerika, ausgegeben werden, um Wählerstimmen zu gewinnen. Diese Budgets zielgerichtet und mit der richtigen Botschaft nutzen zu können, wäre ein Fortschritt, den soziale Netzwerke der Politik bieten könnten.

Der größte Schritt nach vorne wäre jedoch über solche Maßnahmen die Beteiligung an Themen der Politik zu steigern und mehr wahlberechtigte zu involvieren bzw. Interesse zu Wecken. Bei einerseits oftmals niedrigen Wahlbeteiligungen und Desinteresse an “politischen” Themen und auf der anderen Seite allein bei Facebook mittlerweile vernetzt über 10% der Weltbevölkerung, scheint der organisierte soziale Sprung der Politik fast überfällig.

 

Google One Pass vs. Apple iTunes: Die Riesen im Payment Contest

Erst vor kurzem fragte ich mich was Google eigentlich mit Google Checkout vor habe, da es um das Zahlungssystem leise geworden war. Jetzt gab Eric Schmidt in Berlin ein deutliches Signal für die Ausrichtung der Payment Dienste von Google: Gemeinsam mit einigen großen deutschen Verlagen wird das Zahlungssystem One Pass eingesetzt werden, um digitale Abonnements anzubieten. Im Gegenteil zu Apples 30% Provision werden nur 10% des Transaktionsvolumens an Google gezahlt werden müssen.

Google verdeutlich mit dem Schritt, dass sie gegen den iTunes Vertriebsweg von Apple angehen wollen und sich durch Android und Chrome OS durchaus in der Lage sehen eine attraktive Alternative aufzubauen bei der ein Zugang übergreifend auf vielen Endgeräten genutzt werden kann.

Während Apple als sicher, jedoch restriktiv bei den Nutzern wahrgenommen wird, hat sich Google als offen, aber auch unsicherer in die Erinnerung eingeprägt. Das Vertrauen der deutschen Verlage in den Service könnte Google helfen auch bei den Kunden den Durchbruch zu schaffen. Jedoch ist der vertrauliche Umgang mit Daten sicher auch mittelfristig noch ein Thema wenn die Rede von Google Services ist.

Apple zwingt Anbieter des neuen in-app Abonnementservices dazu außerhalb der Apps keine besseren Angebote zu machen, um zu verhindern, dass die 30% Provision an die Kunden weitergegeben werden und das Angebot dadurch unattraktiv wird. Aktuell kann sich Apple diese Arroganz gerade noch leisten dank des einzigartigen Vertriebskanals.

NFC (near field communication) wird von Google in der aktuellsten Version von Adroid (Gingerbread 2.3) und auch vom kommenden Apple iPhone 5 unterstützt. Das starke Engagement von beiden Playern im Bereich der Paymentsysteme kann daher als Vorbereitung für die NFC Technologie gesehen werden, welche das Smartphone zum mobilen Zahlungssystem ausbaut. Es ist dann sicher nur eine Frage der Zeit, bis auch nicht digitale Güter über diesen Weg bezahlt werden können. Jedoch wird Apple spätestens dann von der 30% Goldgrube weichen müssen.

Magento vs. Oxid eSales: Wer zieht die Fäden im Hintergrund?

Durch die Bekanntmachung der eBay Beteiligung von 49% an Magento ist die Diskussion um die Ausrichtung und Unabhängigkeit entbrannt. Im März 2010 wurde von einem 21,5 Mio. USD Investment berichtet, welches somit aufgeklärt sein sollte. Es zeigen sich jetzt viele Stimmen sehr kritisch über die Open Source & Community Zukunft von Magento innerhalb der eBay Gruppe. Besonders Magento GO (Projektname Stratus) scheint ein wichtiger Eckpunkt für das Investment von eBay zu sein, denn die Bekanntmachung der Beteiligung wurde fast ein Jahr verzögert, um die Katze erst nach der Imagine Konferenz aus dem Sack zu lassen in derem Kontext GO angekündigt wurde.

Unabhängig davon, ob eBay Magento in 2010 und heute noch genug Luft lässt die eigene “Vision” zu verfolgen, ist durch die jetzt schon 49% Beteiligung klar, dass das Gründerteam um Roy Rubin und Yoav Kuttner mittelfristig nicht mehr in der Lage sein wird mit der selbstbestimmten Dynamik voran zu schreiten, die Magento 2008 und 2009 groß gemacht hat. Initiativen wie die engere Einbindung der Community in die Entwicklung des Kernproduktes scheinen still zu stehen und, wie auch Roman bemerkt, nicht über das Melden von Bugs hinaus zu kommen. Fragen nach einem Fork oder einer Revolution aus der Community heraus werden gestellt.

Wie steht es eigentlich finanziell um Oxid, die den Open Source Schritt erst nach Magento gegangen sind und immer etwas im Schatten von Magento stehen? Ich habe Quellen gefunden, die darauf hinweisen, dass Oxid im November 2008 von der MBG (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg) Mittel erhalten hat, um u.a. die Open Source Strategie verfolgen zu können. Aus den Erläuterungen des Jahresabschlusses geht außerdem hervor, dass Oxid 2011 laut Prognose erstmalig profitabel das Jahr beenden möchte. Wer steckt also hinter der MBG und welcher Einfluss auf Oxid wird durch diesen Investor ausgewirkt? In der Pressemeldung wird dieses verdeutlicht:

Die Beteiligung erfolgte im Rahmen der 2007 beschlossenen Kooperation von LBBW Venture, KfW und MBG zur Förderung von innovativen Wachstumsunternehmen. Die Gesamtkooperation von LBBW Venture, KfW und MBG umfasst derzeit ein Beteiligungsvolumen von 30 Mio. €. Mit diesem Finanzierungsangebot soll sichergestellt werden, dass jungen Unternehmen in der Entwicklungs- und Markteinführungsphase in Baden-Württemberg neben einer ausreichenden Kapitalausstattung durch die intensive Betreuung und die Bündelung der sich ergänzenden Netzwerke eine optimale Unterstützung zukommt. Das Angebot zielt darauf, die Erfolgschancen von innovativen Gründungen in Baden-Württemberg zu stärken.

Meiner Meinung nach ist somit eine klare Unterstützung in der Markteinführungsphase gemeint, welche in den kommenden Jahren abgeschlossen sein sollte. Strategisch sollte Oxid daher wohl unabhängig bleiben können. Wie sich genau die Beteiligungsverhältnisse um Oxid gestalten hat sich mir jedoch noch nicht erschlossen.

Ich teile die Meinung, dass sich Magento zwischen vielen Investoren entscheiden konnte und in dieser frühen Phase daher keine Abhängigkeit in solcher Größe hätte eingehen sollen. Vermutlich wäre ein rein finanzielles Investment, wie in dem Beispiel von Oxid, die bessere Wahl gewesen, um strategisch auch weiterhin das Ruder in der Hand zu haben. Community vs. Enterprise vs. GO wird sicher  noch heftig diskutiert werden.

Visions wird zu next commerce in der SinnerSchrader Gruppe

Nach etwas mehr als zwei Monaten intensiver Arbeit ist es vollbracht, die Fortführung von Visions ist gesichert als next commerce innerhalb der SinnerSchrader Gruppe.

Kurz nach meinem Beitrag zu der Anmeldung der Insolvenz Ende November wurden wir dank der ausführlichen Berichterstattung bei Excitingcommerce (Vielen Dank Jochen!), in weiteren Blogs und Medien förmlich erdrückt von Anfragen potentieller Investoren. Dank der sehr kompetenten Unterstützung von Brinkmann & Partner konnten wir uns dann jedoch zeitnah auf ein Lösungsszenario konzentrieren, welches die Fortführung von Visions im Rahmen der jetzt durchgeführten übertragenden Sanierung sichert und die beste Perspektive ermöglicht.

Alleiniger Geschäftsführer ist ab sofort Moritz Koch, der bereits seit Gründung der next commerce 2009 diese Position bekleidet. Der Standort Hannover bleibt für das Team erhalten. Ich selber werde next commerce als Berater hinsichtlich der Direct-to-Consumer Strategie fortan zur Seite stehen und meine mittlerweile 10 Jahre Erfahrung im e-Commerce auch gerne in anderem Kontext anbieten, sowie ein neues internationales und englischsprachiges e-Commerce Blog starten.

Es freut mich sehr, dass wir mit SinnerSchrader und next commerce einen leistungsfähigen Partner gefunden haben, der unsere Vision einer extrem leistungsfähigen e-Commerce-Plattform, speziell für die Bedürfnisse von international agierenden Marken und Herstellern, weiter verfolgt.