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Tradoria Checkout startet im Sommer 2011

Ich unterstütze die Tradoria Geschäftsführung als Berater bei dem Aufbau eines neuen Produktes, welches unter dem Namen Tradoria Checkout ab Sommer 2011 für Shopbetreiber angeboten werden wird.

Bei Tradoria Checkout handelt es sich um ein Checkout System, vergleichbar mit Google Checkout oder Checkout by Amazon, jedoch speziell für die Bedürfnisse von deutschen Shopbetreibern und Händlern ausgelegt. So werden 10 Zahlungsarten mit Auszahlungsgarantie (darunter auch Lastschrift und Rechnung), sowie telefonische Bestellannahme angeboten werden. Zur schnellen Einbindung in bestehende Shopsysteme werden kostenlose Module für Magento, OXID esales und XT:commerce, sowie ein Handbuch zur Integration in weitere Shopsysteme und Eigenentwicklungen angeboten.

Durch den Tradoria Checkout können online Händler von der bei bereits über 1 Mio. Bestellungen gesammelten Erfahrung profitieren und innerhalb kürzester Zeit ohne Risiko durch Forderungsausfall online verkaufen. Die bisherigen Kunden des Tradoria Marktplatzes und der über 4.800 Tradoria Mietshops können ohne erneute Anmeldung einfach unter Nutzung ihrer bestehenden Zugangsdaten per Tradoria Checkout sicher in angebundenen Shops einkaufen. Als gleichzeitig angebotene Alternative zu aktuellen Payment Service Provider Integrationen oder zum schnellen Einstieg in den online Handel stellen Checkout Systeme eine attraktive Option dar, die es in Deutschland bisher noch nicht gibt.

ecomPunk.com & neue Projekte

Im März ist es etwas ruhig hier in meinem Blog gewesen. Die Gründe dafür sind neben dem ersten richtigen Urlaub seit Jahren, auch in der Vorbereitung neuer Projekte zu finden, denen ich mich ab sofort widme:

Ich freue mich sehr über die spannenden Projekte und werde auch den ringsdorff.net Blog fortan weiter am Leben halten. Da ich zum Thema e-Commerce jedoch primär in Englisch bloggen werde unter ecomPunk, empfehle ich Feed, Twitter und Facebook, um bei Interesse auf dem Laufenden zu bleiben.

Status Quo: Google Checkout, Amazon FPS & Paypal Express in 2011

Zwischen den Jahren habe ich mich mit einer kurzen Recherche zu dem Stand der Checkout Systeme der großen Player am Markt beschäftigt. Als ich 2006 und 2007 den e-Commerce Bereich bei Aria in Manchester geleitet habe, war das Thema extrem präsent und Google durch den aggressiven Einstieg in den Markt (10 Pfund Kostenübernahme bei jeder Bestellung ab 30 Pfund) ein interessanter Partner.

Jetzt scheint es mir jedoch so, als wäre zumindest bei Google Checkout die Luft raus. Der damals noch für 2007 geplante Start auf dem europäischen Festland hat bis heute nicht stattgefunden und neben US und UK konnte ich kein weiteres Land finden, in dem man per Checkout zahlen kann. Die Kostenstruktur wurde 2009 exakt an die von Paypal angepasst und auch die Incentivierung durch gebührenfreie Transaktionen in zehnfacher Höhe der AdWords Ausgaben wurde eingestellt. Zu den Nutzerzahlen konnte ich keine Angaben finden, es ist somit fraglich welche Anzahl von Kunden ihre Kreditkartendaten Google anvertrauen wollten.

Amazon FPS fand und finde ich aus Sicht eines online Händlers noch immer am spannendsten. Das Vertrauen der Nutzer in eine Zahlungsabwicklung per Amazon ist hoch und besonders die Anzahl der Accounts ist enorm. Aus technischer Sicht ist FPS gut über die API anzusprechen und unterstützt sogar Abonnements. Leider ist hier jedoch auch seit 2007 der USD die alleinige Währung und so sucht man vergeblich nach Shops in Europa mit dieser Checkout Option.

Paypal Express wird den meisten Nutzern auch aus Deutschland geläufig sein und ist mittlerweile in sehr vielen Shops als schnelle Alternative am normalen Checkout vorbei integriert. Als Google Checkout 2006 in US aufkam ernannte eBay es umgehend zur verbotenen Zahlungsmethode für Auktionen, damals waren scheinbar die Fronten zwischen Paypal und Google noch nicht geklärt. Heute zeigt sich Papal führend an der Front der online Zahlungssysteme und festigt diese Position mit Aktionen wie X.com oder auch einer innigen Liebe zum Shopsystem Magento.

Es würde mich freuen zu dem Thema Feedback und Erfahrungsberichte zu hören, da die Diskussion hierzulande um die Checkoutsysteme als Alternative zu PSP Integrationen innerhalb eines „normalen“ Checkouts im Shop nicht wirklich angelaufen ist. Dabei gibt es viele spannende Aspekte zu diskutieren in diesem Bereich. Ich hoffe, dass sich Google und Amazon trauen ihre Systeme weiter auszubreiten und nicht bei dem Stand von 2007 bleiben. Denn jetzt 2011 ist es sogar vorstellbar, dass Facebook bald zum Konkurrenten von Paypal heranwächst, wenn denn die eigene Währung in eine solche Richtung entwickelt wird.

Im Herbst 2007 hatte ich zu dem Thema einen Vortrag auf dem Internet World Kongress gehalten, der erstaunlicher weise noch immer recht aktuell die heutige Situation zusammenfasst:

mymuesli Optimierung

Ich habe soeben meine zweite mymuesli.com Bestellung abgeschickt und mir sind dabei zwei Punkte aufgefallen, die auf jeden Fall verbessert werden sollten.

Vorweg muss ich sagen, dass die Seite sehr liebevoll umgesetzt ist und das Mixen der Müslis durchaus Spaß macht. Mit meiner ersten Bestellung vor einigen Wochen war ich auch sehr zufrieden.

Aus e-Commerce Gesichtspunkten würde ich zwei kleine aber sicher wirkungsvolle Änderungen empfehlen:

  • Den Warenkorb inklusive Kurzinformation in den Header der Seite aufnehmen
    Ich habe mich nach dem Mixen und beim Ansehen der Specials gefragt, ob mein Warenkorb verloren gegangen ist und war dann positiv überrascht ihn doch wieder zu finden über eine Unterseite in der linken Navigation, um bestellen zu können.
  • Über den Link zu „Tipparbeit sparen?“ auch wirklich Tipparbeit sparen
    Auf der Bestellseite wird folgende Frage gestellt:
    Tippen sparen?
    Wenn man dem Link folgt gelangt man zu der Anmeldung und nach erfolgreicher Eingabe der Daten zu einer Bestätigungsseite. Diese fordert auf den Link aus der E-Mail zu bestätigen. Nach Bestätigen des Links kommt man zu dem gespeicherten Warenkorb und landet wieder auf der gleichen Seite mit der noch immer gestellten Frage „Tipparbeit sparen?“ und keiner eingetragenen Adresse. Jetzt muss man wieder auf den Link klicken und dann dort die Logindaten eingeben, um dann die Adresse vorausgefüllt vorzufinden.
    Hier würde ich raten die Registrierung einfach bei dem ersten Anlauf auf der Bestellseite zu ermöglichen und dort auch alternativ den Login anzubieten. Das würde sicher einige Verwirrung sparen.

Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass man nach dem Bestellen noch eine andere Zahlart auswählen kann. Durch die Beschäftigung auf der Bestellseite hatte ich beim dritten Aufrufen dieser Seite dann vergessen Kreditkarte anstelle von Vorkasse zu wählen, was ich nach dem Abschicken jedoch noch leicht zu ändern war.

9 Ideen die Konversionsrate im Checkout von Magento zu optimieren

Ein aktueller Beitrag von Ian bei Conversionmarketing.com beinhaltet 9 Ideen die Abbruchrate im Checkout von e-Commerce Seiten zu reduzieren. Da ich die meisten Ideen für sehr sinnvoll halte, habe ich sie gedanklich auf den Checkout von Magento angewendet. Dabei stellte sich heraus, dass Varien einen Großteil der Ideen schon umgesetzt hat, es aber auch noch Potenzial zur Verbesserung gibt:

  1. Entfernen der Registrierung! Die Frage nach der Registrierung im Checkout vertreibt eine Menge von Kunden. Besser sollte die Frage zum Erstellen eines Kundenkontos erst nach der Bestellung gestellt werden. Ganz nach dem Motto „Don’t make me think“ kann hier ein Schritt gespart werden.
    In dem Fall von Magento würde diese Maßnahme das Kürzen des ersten Schrittes im Checkout bedeuten. Dort würde man direkt zur Eingabe der persönlichen Daten springen und nur alternativ nach der Eingabe von vorhandenen Logindaten gefragt werden. Die Bestellbestätigungsseite oder ein neuer Schritt am Ende des One-Page-Checkouts könnte dann die Erstellung eines Kundenkontos anbieten.
  2. Freundliche Fehlermeldungen! Anstelle eines „Dies ist ein Pflichtfeld“ sollte man eine freundliche Formulierung wählen wie „Bitte ergänzen Sie diese Information“. Wichtig ist hierbei das direkte Hervorheben der zu bearbeitenden Felder.
    Magento verfügt im Checkout von Haus aus über eine Funktion zum Hervorheben der zu verbessernden Felder. Die Meldungen sollte man jedoch an seine Zielgruppe anpassen und freundlich formulieren.
  3. Ladezeit ist kritisch! Besonders im Checkout kann eine zu lange Ladezeit die Kunden schnell zum Verlassen der Seite bewegen. Magento verfügt hier dank des One-Page-Checkouts, der per Java Script ohne erneutes Laden einer ganzen Seite zwischen den Schritten springt, bereits über den schnellsten (mir bekannten) Checkout im Markt. So kann, außer bei der Anbindung von externen Schnittstellen innerhalb des Checkouts, dort wenig optimiert werden. Ein weiteres von Magento bereits berücksichtigtes Detail in diesem Kontext ist das Deaktivieren der Aktionsflächen nach dem Klicken.
  4. Nicht ablenken! Innerhalb des Checkouts sollte auf Bannerwerbung und sogar auf die Seitennavigation verzichtet werden, damit der Kunde nicht abgelenkt wird.
    Magento verzichtet hier von Haus aus auf die Layered-Navigation innerhalb des Checkouts. Je nach Gestaltung des Header-Bereiches könnte sich jedoch noch Optimierungspotenzial verstecken.
  5. Vereinfachen! Wenn der Kunde die Rechnungsadresse auch als Lieferadresse nutzen möchte, sollte der ganze Schritt übersprungen werden. Auch hier bietet Magento genau diese Funktion bereits von Haus aus an.
  6. Transparente Versandkosten! Die zu erwartenden Versandkosten sollten bereits im Warenkorb ausgewiesen werden und vor dem finalen Absenden der Bestellung erneut zu sehen sein.
    Bei diesem Punkt ist es nicht einfach eine beste Lösung für alle online Shops zu finden. Abhängig von den Faktoren, die den Preis für den Versand beeinflussen, ist eine transparente Preispolitik im Warenkorb oft sehr schwer. In jedem Fall sollte jedoch bei großer Abweichung durch Zusatzdienste, wie z.B. Express Versand, immer der wirkliche günstigste Tarif bereits im Warenkorb kommuniziert werden. Magento bietet hier durch die von Haus aus ansteuerbaren Paketdienste und durch Module für weitere Versender sogar die Möglichkeit abhängig von den eigenen Einkaufspreisen eine Berechnung individuell für den Kunden vorzunehmen, so dass einer transparenten Preispolitik nichts im Wege steht. Von Haus aus verfügt Magento außerdem über eine Vorschaufunktion für Versandkosten und Steuern im Warenkorb. Nach Eingabe der Zieladresse werden dort bereits die Versandoptionen angezeigt und können auf den Warenkorb angewendet werden.
  7. Vertrauen wecken! Der Checkout sollte das gleiche Design haben wie der Rest der e-Commerce Seite. Eine Unterbrechung durch das Springen auf Drittseiten oder Umleiten zur Eingabe der Zahlungsdaten weckt kein Vertrauen beim Kunden.
    Das Abbilden eines entsprechenden Designs im Checkout ist kein Problem mit Magento, jedoch benutzt ein Großteil der aktuellen Zahlungsmodule, die über Magento Connect erhältlich sind, eine Weiterleitung nach der Bestellung zum Eingeben der Zahlungsdaten. Dieses Vorgehen ist nicht ideal und es gibt bessere Module, die trotz PCI-DSS compliance die Daten direkt im Checkout erfassen können.
  8. Tunnel-Analyse! Systeme wie Google Analytics ermöglichen die Analyse der Schritte im Checkout. Anhand der Abbruchraten der einzelnen Schritte kann man sehr gut Probleme finden und beheben.
    Magento hat Google Analytics inklusive e-Commerce Tracking schon von Haus aus integriert. Damit man jedoch auch die einzelnen Schritte innerhalb des One-Page-Checkout analysieren kann, muss man eine kleine Anpassung im Java Script vornehmen.
  9. Eigene Ideen entwickeln! Nur weil die großen online Shops bestimmte Wege gehen beim Checkout heißt es nicht, dass es die Besten sind. Je nach Zielgruppe kann die beste Umsetzung sehr unterschiedlich aussehen. Sobald es eine Möglichkeit zur Analyse gibt, sollte man neue Varianten und Ideen testen.