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Private Sales Clubs im Bereich Travel / Hotels

Wie gestern die New York Times schrieb, bewegen sich einige der bekannten US Shopping Clubs aus dem Bereich der Markenhersteller in den der Hotelbuchungen / Reisen. Die aufgeführten Beispiele sind Jetsetter und PackLate. Bei diesem Modell ist der Gedanke, dass jede günstig verkaufte Buchung immer noch besser ist als keine Buchung federführend. Und tatsächlich scheint in dem undurchsichtigen Dschungel von Preisen für Hotelräume dieses Konzept auch Sinn zu machen, bei dem die Angebote nicht komplett vor unregistrierten Kunden versteckt werden.

Kayak, als bekannte Flugbuchungsseite, versucht sich seit kurzem auch in dem Bereich der Private Sales Clubs und bietet registrierten Mitgliedern günstige Hotelangebote an ausgewählten Orten an. Hier ist spannend zu sehen, dass sich Kayak der Informationen bedient, die sie der Reiseziele ihrer Flug-Kunden entnehmen können. So wird sichergestellt, dass Angebote an den Zielen verfügbar sind, die die Kayak Besucher am häufigsten aufsuchen. Wie weit das personalisierte Targeting nach dem Buchen eines Fluges geht, über zum Beispiel Follow-Up E-Mails mit Hotelangeboten aus dem eigenen Club, wird jedoch nicht beschrieben.

Fakt ist, dass sich Buchungsseiten für Hotels oder Flüge mit dem Thema auseinander setzen sollten, um den Markt nicht komplett an Start-Ups zu verlieren, die wir sicher bald sehen werden, auch in Europa.

Wie verändert Magento die e-Commerce Landschaft?

Nach meiner Einschätzung und Feedback aus Diskussionen auf den Liveshoppingdays 2010 in Berlin letzte Woche, bei denen ich an dem Zukunftspanel zum Thema What’s Next? teilnahm, zeigen sich zwei Entwicklungen unter dem Einfluss von Magento:

1. Category Killer und Nischen-Konzepte setzen nicht mehr auf Eigenlösungen

Anhand von sehr vielen Beispielen (Zalando & alle weiteren Rocket Internet Shops, Shopping Clus, Mydeco etc.) ist zu sehen, dass anstelle von individuellen Lösungen mittlerweile Magento gerne als Plattform für besondere Konzepte herangezogen wird. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man nutzt alle Funktionen die brauchbar sind und deaktiviert nicht genutzte Module. Durch die Erweiterung der Plattform um den Kern herum mit eigenen Modulen ist dann später  auch das Update auf neue Magento Versionen möglich und man partizipiert von weiteren Entwicklungen und kann auch noch auf die über 1.700 Erweiterungen aus der Community zurückgreifen.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist, dass sich Unternehmer unabhängig von den Entwicklern einer individuellen Lösung machen und prinzipiell frei in der Wahl der Magentoentwickler und Agenturen sind.

2. Innovative Geschäftsmodelle werden schnell von etablierten Playern aufgegriffen (crocodilisierte Geschäftsmodelle)

Etablierte Händler und Unternehmen, die bereits Magento als e-Commerce Plattform einsetzen, profitieren von einer sehr kurzen Time to Market bei innovativen Geschäftsmodellen. So lassen sich Shopping Clubs, Crowdsourcing,  Liveshopping Seiten und z.B. Nischenseiten mit Teilsortimenten innerhalb kürzester Zeit dank des Einsatzes von Standardkomponenten realisieren. Was früher ein komplett neues Projekt war und einer großen Investition im Bereich des e-Commerce benötigte ist mittlerweile als Erweiterung der gleichen Applikation realisierbar, die sowieso bereits das e-Commerce Geschäft handhabt. Die Hürde neuen Impulsen zu folgen und sie vielleicht auch selber zu setzen ist damit neuerdings viel niedriger.

Magento Enterprise Edition 1.7: Das neue Bonuspunkte-System

Die Magento Enterprise Edition 1.7 wurde letzte Woche in einem ausführlichen Webinar vorgestellt. In einer Reihe von Beiträgen werde ich die neuen Funktionen im Detail beschreiben und praxisnahe Beispiele für den Einsatz geben.

Folgende neue Funktionen sind in der Magento EE 1.7 enthalten

  • Bonuspunkte-System
  • Performanceoptimierung (Full Page Caching)
  • WYSIWYG Editor für Produkte, E-Mails und Kategorie Templates
  • Erweiterte CMS Hierarchien

Das neue Bonuspunkte-System im Detail

  • Kundentreue erhöhen durch ein Punktesystem
  • Frei definierbare Auslöser (Trigger) für die Punktevergabe
  • Newsletteranmeldung, Produktbewertung, Tagging, Registrierung, Einladen von Freunden, erfolgreiche Registrierung von Freunden und erfolgreiches Platzieren einer Bestellung von Freunden sind nur einige der Beispiele, die von Haus aus unterstützt werden und auch in ihrer Anzahl der Vergütungen beschränkt werden können.
  • Ein selber definierter Auslöser wäre z.B. ein Beitrag in einem integrierten Forum oder die Teilnahme an einer Umfrage.
  • Punkte können nach einer definierten Zeitspanne verfallen
  • Punkte können zweckgebunden vergeben werden
  • Rabatte auf Warenkörbe können basierend auf Punkteständen vergeben werden
  • Preis- und Rabattregeln (warenkorb- und kategoriebasiert) können als Variable / Bedingung den Punktestand verwenden. So kann z.B. bei Vorhandensein eines bestimmten Artikels im Warenkorb eine Menge an Punkten vergeben werden oder ein Rabatt nur dann angewendet werden, wenn bereits genug Punkte beim Kunden vorhanden sind.
  • Ein bestimmtes Produkt, eine Kategorie oder ein beliebiges Attribut von Produkten kann mit Punktevergabe beim Kauf belohnt werden, so lassen sich Verkaufsaktionen individuell durchführen.
  • Wechselraten von Punkten zu Währung können je Kundengruppe und Website individuell eingestellt werden.
  • E-Mailbenachrichtungen bei Punktevergabe oder kurz vor Verfall von Punkten
  • Während des Zahlungsvorgangs kann ein Teil des Rechnungsbetrags per Punkten und der Rest über eine beliebige Zahlungsart beglichen werden.

Fazit: Das neue Modul kann verwendet werden um einfache Bonusprogramme zu erstellen, bei denen basierend auf dem ausgegebenen Betrag im Shop Punkte vergeben werden. Außerdem sind auch sehr individuelle Regeln, sowie Incentives möglich bei denen nur bestimmte Artikel oder Artikel mit bestimmten Eigenschaften bei Verkaufsaktionen angepriesen werden. Ich bin gespannt auf die Kreativität der Shopbetreiber!

iSHOP: OTTO und Novomind entwickeln eigenes Magento in nur 5 Monaten?

Wie im September einer Pressemitteilung zu entnehmen war, haben sich Novomind und OTTO entschlossen gemeinsam die Novomind iShop GmbH zu gründen, um eine neuartige E-Shopping-Plattform zu kreieren.

Von der Idee bis zum ersten Online-Schalten brauchten die Verantwortlichen bei novomind und OTTO weniger als fünf Monate. Die Implementierung des Pilot-E-Shops bei OTTO Russland dauerte nicht einmal drei Monate.

Diese Zeitangaben haben mich überrascht und erinnern eher an eine individuelle Lösung für einen Use Case, als an eine durchdachte E-Shopping-Plattform die viele Geschäftsmodelle in Zukunft unterstützen kann. Zum Vergleich lag die Konzeptionsphase von Magento bei ca. einem Jahr und die darauf folgende Entwicklungszeit bis zur 1.0, trotz des Einsatzes eines Frameworks, bei ca. einem weiteren Jahr. Natürlich spielt die Größe des Projektteams eine entscheidende Rolle. Bei dem kurzen Zeitraum von jedoch nur 5 Monaten von der Idee bis zum ersten Go Live ist meiner Meinung nach die Entwicklung einer Plattform und eine erste Implementation nicht zu schaffen.

Sehr spannende Reaktionen auf das Thema sind bei Exciting Commerce zu lesen. Dort versucht auch Intershop seine Position bei OTTO als innovatives e-Commerce System mit der Unterstützung vieler Vertriebskanäle zu verteidigen. Auch diese Diskussion beschäftigt sich wegen der von Jochen Krisch geforderten Unterstützung vieler Geschäftsmodelle wieder mit Magento.

Im November werden mit yourhome und Schlafwelt nach OTTO.ru die nächsten Ableger auf Basis von iSHOP zu sehen sein. Ich bin gespannt auf die neuen Shops und die Entwicklung der neuen Plattform von OTTO. Immerhin soll laut dem neusten Kommentar von Jochen Krisch jetzt gegen die Flut von neuen Magento Nischenshops der Samwer-Gruppe gehalten werden, um den Anschluss im Online-Handel nicht zu verlieren.

Gefangen im SaaS e-Commerce

Die Plattform Diskussion zwischen Demandware (SaaS) und Magento (kommerzielles Open Source) ist im vollen Gange. Matt Asay schrieb bei CNET über die fehlerhafte Kritik an Open Source von Stephan Schambach, Roy Rubin griff das Thema im Magento Blog auf und Jochen Krisch informierte über den Stand der Debatte. So sah sich Demandware gezwungen erneut Stellung zu dem Thema zu nehmen und rechtfertigte sich gleich in zwei weiteren Beiträgen in ihrem Blog.

Die Argumentation von Stephan Schambach gegen die bekannte Abhängigkeit von SaaS Anbietern überraschte mich dann doch sehr:

With Demandware, there is vendor dependency, of course. But what is delivered is well defined, and there is the same customization flexibility as with other development environments.

Aus meiner Sicht wird die Abhängigkeit von einem Anbieter wie Demandware nicht dadurch geschwächt, dass diese genau definiert ist in Verträgen. Ganz im Gegenteil, denn die Innovationsgeschwindigkeit und die Möglichkeit der Ausarbeitung von Alleinstellungsmerkmalen liegt bei einer SaaS Plattform immer in der Entscheidungshoheit des Anbieters. Sollte dieser eine Funktion für so interessant halten, dass sie aufgenommen wird in die Software, ist davon auszugehen, dass diese von einer großen Anzahl von Kunden nachgefragt wird und dann auch zeitgleich überall in der gleichen Weise eingebunden wird. Wettbewerbsvorteile sehen anders aus.

Die Abhängigkeit von Demandware als SaaS Anbieter versucht Stephan Schambach weiterhin gleich zu setzen mit der beim Einsatz einer Open Source Entwicklung:

In a heavily customized Open Source app, the business side—the eCommerce merchandisers—are dependent on either an agency for every change and pay through the nose, or they depend on an IT department and talent is hard to find, expensive, and even harder to keep.

Diese Argumentation beinhaltet einige Fehleinschätzungen und trifft eher auf eine komplette Eigenentwicklung zu, als auf eine standardisierte Open Source Lösung. Der Vorteil hier liegt gerade darin, dass viele Agenturen, der Hersteller und auch In-House Entwickler die Lösungen weiterentwickeln und warten können. In der Regel wird durch Schulungen, Dokumentation und Literatur zu der Plattform die Möglichkeit gegeben unabhängig von einer Agentur oder wenigen Entwicklern zu sein.  Sicher ist aktuell die Nachfrage nach Magento Entwicklern hoch, die Anzahl der Entwickler die sich mit der Plattform beschäftigen und somit in Frage kommen als Mitarbeiter ist jedoch auch riesig (Mehr als 1 Mio. Downloads in 14 Monaten).

Genau wie bei Demandware setzt Magento bei Komponenten die die Kernkompetenz verlassen auf externe Dienstleister und auch SaaS. So findet man neben spezialisierten Infrastruktur-Dienstleistern bei Magento Connect mittlerweile weit über 1.000 Module unter denen auch Anbindungen an SaaS Dienste sind. Die freie Auswahl der passenden Dienste ist in diesem Fall jedoch dem Shopbetreiber überlassen und nicht von der Plattform vorgegeben. Außerdem kann in dieser Konstellation sichergestellt werden, dass die wertvollen Daten auch wirklich im Besitz des Kunden bleiben und nicht an den Dienstleister gebunden sind.

Das nenne ich e-Commerce Freedom.