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Magento Enterprise Edition Roadmap Q3 & Q4 2009

Heute wurde den Magento Partnern die Roadmap der Enterprise Edition vorgestellt. Es werden einige spannende und lang erwartete Features hinzukommen, die ich kurz vorstellen möchte:

Im Quartal 3 wird die Rich Merchandizing Suite (RMS) erscheinen. Diese teilt sich in die folgenden drei Elemente auf.

Targeted Customer Segmentation

Mit dieser Funktion lassen sich Kunden in Rollen segmentieren und Marketingmaßnahmen gezielt auf die einzelnen Gruppen anwenden. Es können Kundeneigenschaften, Verhalten oder Werte zur Definition der Rollen benutzt werden.

Drei Hauptfunktionen werden innerhalb der Targeted Customer Segmentation angeboten:

  • Die Generierung von Berichten innerhalb von Magento anhand von Kundenrollen, Charakteristika (z.B. Adressen, Geschlecht oder Alter) und Verhalten (z.B. Bestellhistorie, On-Site Browsing).
  • Export von gezielten Kundendaten für externe Systeme wie CRM und E-Mail Marketing in CSV, Excel und XML Formaten.
  • Definition von Warenkorb- oder Katalogpromotions (Verkaufsförderung) anhand der Kundensegmentierung. Beispiel: 15% Rabatt auf alle Jack Wolfskin Artikel für die Kunden, die innerhalb der letzten 12 Monate Artikel von Jack Wolfskin im Gesamtwert von mindestens € 500 eingekauft haben.

Targeted Merchandising

Diese Funktion zielt auf die Optimierung des durchschnittlichen Warenkorbes (AOV) durch das Vorschlagen von Produkten oder Zubehör. Die Funktionen sind im Einzelnen:

  • Automatisierte und regelbasierte Auswahl von Up-Sellings. Beispiel: Die Anzeige von 10% teureren Produkten aus der gleichen Kategorie und vom gleichen Hersteller.
  • Automatisierte Anzeige von Produkten, die in einem frei definierbaren Zusammenhang mit dem ausgewählten stehen. Beispielsweise Artikel des gleichen Herstellers aus einer Unterkategorie.
  • Neue Kaufoptionen innerhalb des Warenkorbes wie beispielsweise das Anzeigen von Produkten, die in 20% der Fälle gemeinsam mit der bestehenden Auswahl gekauft wurden.
  • Mögliches Überschreiben dieser automatisierten Regeln durch manuelles Setzen von Cross-Sell, Up-Sell und Related-Items innerhalb von Magento.

Targeted Marketing Personalization Zones

Magento EE wird es ermöglichen Marketingmaßnahmen auf der Seite (z.B. Banner oder Elemente innerhalb von Content Blöcken) gezielt und regelbasiert anzuzeigen. Dabei werden die o.a. Kundensegmente aufgegriffen. Im Detail heißt das:

  • Gezieltes Einblenden von Marketingmaßnahmen anhand von Kundenrollen, Charakteristika und Verhalten. Mögliche Kundeneigenschaften können dabei sein: Bestellhistorie, kürzlich angesehene Produkte, Produkte aktuell im Warenkorb, auf Wunschlisten usw.).
  • Integration von Bannern in angepasste Templates mit Hilfe eines Smart Page Blocks, der die o.a. Funktion übernimmt.
  • Erstellung von Call-to-Action Elementen durch das Kombinieren von gezielten Bannern mit Warenkorb- und Katalogpromotions.

CMS+ (Enhanced Content Management System)

Zusätzlich zu der Rich Merchandizing Suite wird im Q3 das CMS+ (Enhanced Content Management System) erscheinen. Dieses wird eine Reihe von neuen CMS Features beinhalten wie:

  • Erstellung mehrerer Versionen einer CMS Seite.
  • WYSIWYG Editor mit Bild, URL und Video Funktionen.
  • Erstellung von Hierarchien bei der Navigation von CMS Seiten.
  • Neue Widgets für CMS Seiten, die beispielsweise das Einblenden der Bestseller innerhalb einer Kategorie erlauben. Diese Widgets werden dann, wie aktuell Module per Magento Connect, auch ausgetauscht werden können.

Im Q4 plant Magento für die EE:

  • Ein Treuepunktesystem
  • Erweiterte RMA Unterstützung (Kunden können aus dem Loginbereich eine Retoure vorbereiten und auslösen)
  • Erweiterte Berichte (Report Builder)
  • Verbesserte Suche mit Apache Solr bzw. Lucene

Außerdem ein kleiner Ausblick auf 2010:

  • Abonnement-Management
  • Wunsch- / Hochzeitsliste
  • Workflows
  • Unterstützung mehrerer Lager

Entwicklungsmodelle: Magento vs. Intershop

Mit der Veröffentlichung eines Kundenfeedbacks (Grasscity) nach dem Umstieg von Intershop auf Magento im Magento Blog und dem darauffolgenden Thema bei Excitingcommerce ist die Diskussion um Shopsoftware auf dem Enterprise Level jetzt erstmalig auch unter Einbeziehung von Intershop ausgebrochen.

Interessanterweise scheint es für einige Marktteilnehmer noch immer überraschend zu sein, dass Magento sich als kommerzielles Open Source System direkt gegen Intershop, Hybris, IBM Websphere, Demandware und weitere rein kommerzielle Anbieter von Shopsoftware platziert und auch durchsetzen kann. Die entsprechende Zielgruppe, also die online Händler, haben Magento schon längst als Alternative für sich entdeckt und schließen das System in ihre Evaluierungen mit ein. Das zeigt auch unsere Erfahrung der ersten 6 Monate dieses Jahres, in denen wir bei Visions fast ausschließlich von Unternehmen eingeladen werden, die in die Zielgruppe der o.a. Softwareanbieter fallen.

Wie sehr sich diese Anbieter aktuell noch gegen den Open Source Ansatz wehren und sogar Aussagen wie “Open Source kann nicht Enterprise sein” in dem Raum stellen, kann man sehr schön in einer Diskussion bei Xing nachvollziehen, in der einer der Top 50 deutschen e-Commerce Shops (MDM) Informationen ersucht und sich nach Open Source Lösungen für ein Unternehmen seiner Größe erkundigt.

In der aktuellen Diskussion um das oben angesprochene Kundenzitat bei Excitingcommerce und auch bei Xing wird die Frage nach dem besten Entwicklungsmodell gestellt. Open Source Standardsoftware wird dort in einem Kommentar von Stefan Hollmann von Intershop mit kommerzieller Standardsoftware auf eine Seite gestellt und eher die Individualentwicklung als Alternative dargestellt. Dabei zeichnet es gerade kommerzielle Open Source Systeme wie Magento aus, die Vorteile einer Standardsoftware (betreut und weiter entwickelt durch den Hersteller) mit denen einer Individualentwicklung (maximale Flexibilität in der Entwicklung bei Unabhängigkeit von Agentur und Entwicklern) zu kombinieren. Im Vergleich dazu ist eine komplette Eigenentwicklung bei den Umfängen an Funktionalität, die jeder online Shop heute von Haus aus bieten muss, aufgrund der viel höheren TCO wohl nur bei sehr individuellen Geschäftsmodellen anwendbar, die wenige Gemeinsamkeiten mit Standardsoftware haben.

Ich bin gespannt, wie sich die oben genannten rein kommerziellen Anbieter in Zukunft gegen kommerzielle Open Source Anbieter behaupten wollen, die die Sicherheit eines Softwarehauses mit der Entwicklunsgeschwindigkeit und Flexibilität eines Open Source Produktes verbinden. Die generelle Verbreitung von Open Source Software in anderen Themenbereichen des Enterprise Segments deutet da wohl einen eindeutigen Trend. Auch interessant in diesem Kontext: Gartner: Use open source to cut 35% from e-commerce costs

Magento und PCI-DSS bzw. PA-DSS

Wie sich erst diese Woche wieder in Björn Schottes leicht aktualisiertem Vergleich von Magento, Oxid und XT:Commerce auf der Oxid Commons in Freiburg gezeigt hat, ist der Punkt PCI-DSS leider noch falsch verstanden in dem Magento Kontext und wurde sogar als ein negativ Merkmal dargestellt, da es angeblich überflüssig sei. Da Magento jedoch als einziges der drei genannten Systeme PCI-DSS / PA-DSS Bemühungen voran treibt, möchte ich in diesem Beitrag gerne einige Hintergrundinformationen zu dem Thema erläutern.

Im Gegenteil zu den anderen beiden angesprochenen e-Commerce Systemen hat Magento es sich als Ziel für die Enterprise Edition gesetzt den strengen Anforderungen des PA-DSS (Payment Application Data Security Standard) gerecht zu werden und somit auch als System für Unternehmen in Frage zu kommen, die selber unter die Zertifizierung des PCI-DSS (Payment Card Industry Data Security Standard) fallen.

Software, die als PA-DSS zertifiziert wird, muss strenge Sicherheitsstandards erfüllen in Bezug auf die Verschlüsselung und Speicherung von Daten. Auch die Schnittstellen und Administration müssen besonders strengen Sicherheitsauflagen gerecht werden. Zusammenfassend ist zu sagen, dass diese Sicherheitsmechanismen auch für nicht zur Zertifizierung verpflichtete Unternehmen wertvoll sind, da generell maximale Sicherheit der Software angestrebt werden sollte.

Glücklicherweise bieten die meisten PSP (Payment Service Provider wie z.B. Payone, Computop, Globalcollect und viele mehr) eine einfache Möglichkeit das e-Commerce System out-of-scope für den PCI-DSS zu setzen. Out-of-scope ist jedes Unternehmen, welches selbst keine Kreditkarten speichert und diese auch nicht über die eigenen Server transferiert. Dieser Zustand wird einfach durch Zahlungsmodule der Payment Service Provider erreicht, die Kreditkartendaten direkt gegen eine anonymisierte ID austauschen, ohne die echten Kreditkartendaten an das e-Commerce System zu leiten. Die anonymisierte ID kann dann für Folgeprozesse wie Stornierungen und Gutschriften genutzt werden und fällt nicht unter den PCI-DSS.

Generell werden auch Oxid und XT:Commerce keine Probleme mit dem PCI-DSS bekommen, wenn Shopbetreiber sich entscheiden die angesprochenen Zahlungsmodule einzusetzen. Magento bietet Enterprise Unternehmen jedoch zusätzlich noch die Möglichkeit als e-Commerce Plattform eingesetzt zu werden, wenn das Unternehmen selber in den PCI-DSS scope fällt und daher eine Zertifizierung des e-Commerce Systems notwendig ist bzw. Wert auf besonders hohe Sicherheitsstandards gelegt wird.

Geschenkkarten und Kundensaldo in Magento

In der Enterprise Edition von Magento werden Geschenkkarten und Kundensalden unterstützt. Um diese Kernfunktionen herum werden viele nützliche Einsatzmöglichkeiten angeboten. Einen ersten Blick auf diese Funktionen ermöglicht Magento in einem Video (siehe unten) oder natürlich in der Demo-Version.

Geschenkkarten werden in physikalischer und virtueller Form unterstützt. Das heißt Magento ist in der Lage für den Kunden individuelle virtuelle Geschenkkarten zu erstellen, als Auswahl aus Festbeträgen oder innerhalb der Parameter (z.B. minimal und maximal Beträge), die der Shopbetreiber eingestellt hat. Auch die Geschenkkarten-Codes können anhand von Regeln in Magento generiert und einfach exportiert werden. So können auch offline Kampagnen gut von Magento unterstützt werden. Eine Gültigkeitsdauer und individuelle Nachrichten der Kunden werden ebenfalls von den virtuellen Geschenkkarten unterstützt.

Entsprechend der hinterlegten Regeln können Kunden dann beliebig viele Geschenkkarten nacheinander einlösen und erhalten bei Restbeträgen ein Guthaben auf ihr Kundenkonto gutgeschrieben. Somit ergibt sich ein positives Kundensaldo, welches bei weiteren Einkäufen genutzt werden kann. Besonders interessant ist dann die Aufteilung der Zahlung durch Restguthaben und das Begleichen des Fehlbetrages durch eine beliebige weitere Zahlungsart des Magento Shops.

Der Shopbetreiber kann über eine ausführliche Statistik einsehen welche Geschenkkarten eingelöst wurden und sogar wie hoch die Konversionsrate bei bestimmten Kampagnen war, in denen er Geschenkkarten genutzt hat.

Das Kundensaldo ermöglicht außerdem eine Belohnung von Stammkunden durch Gutschrift eines beliebigen Betrages auf das Kundenkonto. Auch bei Kulanz oder Retouren kann diese Funktion sehr hilfreich sein und den Kunden an einen Folgekauf binden.

Magento Enterprise Edition: Stagingprozess mit Merge-Funktion und Roll-Back

Magento hat heute ein Video über die neuen Stagingprozesse veröffentlicht. In einem früheren Beitrag hatte die ich die neuen Funktionen schon kurz aufgezählt: