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eCommerce Web-Apps mit dem CouchCommerce SDK und AngularJS entwickeln

In den letzten 18 Monaten haben wir bei CouchCommerce ausführliche Erfahrungen mit der Entwicklung von eCommerce Web-Apps gesammelt. Um das Fundament zu schaffen haben wir unsere SaaS Plattform entwickelt, die sich heute via Shopmodulen an Onlineshops wie Magento, Shopware, xt:commerce und bald auch Oxid e-sales anbinden lässt. (Netzwertig hat die Entwicklung gerade in einem Artikel zusammengefasst.)

Um aus der Plattform heraus Web-Apps zu generieren haben wir bisher Sencha Touch als Framework genutzt und ein System geschaffen, welches automatisch die Generierung der Web-Apps vornimmt. Damit lassen sich auch gute Ergebnisse erzielen, die Lernkurve ist nur leider sehr flach und wir konnten uns nicht vorstellen viele Entwickler und Agenturen nach Veröffentlichung des Codes zur Arbeit mit Sencha Touch anregen zu können. Deshalb haben wir in den letzten Monaten einen neuen Ansatz verfolgt, der äußerst spannend ist:

CouchCommerceJS-serviceDas CouchCommerce SDK, welches wir unter CouchCommerce.org open source veröffentlichen werden, beinhaltet eine CouchCommerceJS Komponente, welche  den Client-Seitigen API Layer bildet. Damit lassen sich ganz einfach eCommerce Aktionen wie z.B. die Handhabung von Produkten und Warenkörben steuern. Somit muss man sich bei der Web-App Entwicklung nicht mehr um die grundsätzlichen Themen um Daten und Transaktionen herum kümmern. Auch steht die Anbindung an alle von uns unterstützten Shopsysteme sofort bereit.

CouchCommerceSDK

Zusätzlich beinhaltet das CouchCommerce SDK UI und Web-App Komponenten auf Basis von AngularJS. Diese können genutzt werden, um sehr einfach hoch performante und individuelle eCommerce Web-Apps zu programmieren. Diese Komponenten und das CouchCommerceJS werden wir offen fortlaufend weiter entwickeln. AngularJS bietet als erweitertes HTML für Web-Apps dabei ideale Voraussetzungen.

Alternativ zu Web-Apps auf Basis von AngularJS lassen sich auch andere Frameworks einsetzen. Für diese werden wir jedoch keine UI und eCommerce Web-App Komponenten bereitstellen. In diesem Fall kann jedoch ebenfalls das CouchCommerceJS genutzt werden, um alle Prozesse rund um Daten und Transaktionen abzubilden. Die Entwicklung von eCommerce Web-Apps wird also deutlich einfacher.

Unter CouchCommerce.org kann man sich bereits eintragen, um den Launch nicht zu verpassen und vorzeitig Zugriff zu bekommen auf unser SDK.

Wie viel Magento steckt noch in Zalando?

Diese Frage stellte ich mir beim Betrachten der aktuellen Zalando Seite, welche offensichtlich letztes Jahr im September einem Relaunch unterworfen wurde. Gerüchten zufolge ist Hybris oder doch eine Eigenlösung jetzt treibende Software bei dem Zappos Klon. Bestätigt ist nur der Einsatz von Semiramis als webbasiertes ERP, was wohl gegen Hybris spricht.

Im April berichtete die PHP Usergroup Berlin noch von dem aktuellen Setup in einer Präsentation mit dem Namen “Ein Leben mit und ohne Magento”, welche direkt noch immer verfügbar ist, jedoch von Slideshare entfernt wurde, nachdem sie in einigen Blogs, wie auch bei Excitingcommerce aufgegriffen wurde.

Innerhalb dieser Präsentation findet sich eine sehr interessante Darstellung des damaligen Setups von Zalando. Wie bei jeder hoch skalierten e-Commerce Lösung hatten auch damals die Requests nur selten das Vergnügen wirklich mit /Zitat “Plain old Magento” in Kontakt zu kommen. Große Teile des Shops wie Katalog, Suche und Produktseiten wurden schon durch den Zalando Frontend Cache oder den so genannten Booster (MVC Light Framework) abgefangen. Anfragen die durch den Zalando Frontend Cache abgefangen wurden, erhielten ihre eventuell dynamischen Elemente performant kurz vor Auslieferung an den Besucher dann über Umwege per Cookie, Session oder externe Services. Aus der Magento Datenbank (EAV) selber wurde nicht direkt gelesen. Dafür gab es die “optimzed Booster DB”, welche das eigene MVC Framework direkt oder per SolR belieferte.

Nach diesem Einblick würde ich sagen, dass Zalando im April 2009 schon sehr weit vom Magento Standard entfernt war. Man hatte im Prinzip sein eigenes e-Commerce Framework mit eigener Datenbanklösung erstellt und vor Magento geschaltet. Das für Kenner sichtbare Update im September halte ich somit eher für eine Überarbeitung des selbst entwickelten MVC Frameworks. Björn Schotte erkannte anhand des Cookies direkt, dass es sich um Java handeln müsse. Welche Funktion “Plain old Magento” heute noch bei Zalando hat kann man nur vermuten, ich denke jedoch, dass es noch immer Bestandteil der Gesamtlösung ist, wenn auch nur im Hintergrund.

Bei der Optik orientiert sich Zalando übrigens teilweise noch sehr am Magento Standard / Demo Shop. Der Vergleich des Loginbereiches macht dieses deutlich: