Wie im September einer Pressemitteilung zu entnehmen war, haben sich Novomind und OTTO entschlossen gemeinsam die Novomind iShop GmbH zu gründen, um eine neuartige E-Shopping-Plattform zu kreieren.
Von der Idee bis zum ersten Online-Schalten brauchten die Verantwortlichen bei novomind und OTTO weniger als fünf Monate. Die Implementierung des Pilot-E-Shops bei OTTO Russland dauerte nicht einmal drei Monate.
Diese Zeitangaben haben mich überrascht und erinnern eher an eine individuelle Lösung für einen Use Case, als an eine durchdachte E-Shopping-Plattform die viele Geschäftsmodelle in Zukunft unterstützen kann. Zum Vergleich lag die Konzeptionsphase von Magento bei ca. einem Jahr und die darauf folgende Entwicklungszeit bis zur 1.0, trotz des Einsatzes eines Frameworks, bei ca. einem weiteren Jahr. Natürlich spielt die Größe des Projektteams eine entscheidende Rolle. Bei dem kurzen Zeitraum von jedoch nur 5 Monaten von der Idee bis zum ersten Go Live ist meiner Meinung nach die Entwicklung einer Plattform und eine erste Implementation nicht zu schaffen.
Sehr spannende Reaktionen auf das Thema sind bei Exciting Commerce zu lesen. Dort versucht auch Intershop seine Position bei OTTO als innovatives e-Commerce System mit der Unterstützung vieler Vertriebskanäle zu verteidigen. Auch diese Diskussion beschäftigt sich wegen der von Jochen Krisch geforderten Unterstützung vieler Geschäftsmodelle wieder mit Magento.
Im November werden mit yourhome und Schlafwelt nach OTTO.ru die nächsten Ableger auf Basis von iSHOP zu sehen sein. Ich bin gespannt auf die neuen Shops und die Entwicklung der neuen Plattform von OTTO. Immerhin soll laut dem neusten Kommentar von Jochen Krisch jetzt gegen die Flut von neuen Magento Nischenshops der Samwer-Gruppe gehalten werden, um den Anschluss im Online-Handel nicht zu verlieren.
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Der Herbst und damit eine ganze Reihe spannender Veranstaltungen mit Magento Schwerpunkt steht vor der Tür! Einen internationalen Überblick kann man im Magento Blog finden. Was sich im deutschen Raum ereignen wird habe ich hier kurz zusammengefasst:
30.09 – 01.10 Mail Order World / Versandhandelskongress
In gut zwei Wochen öffnet die Mail Order World 2009 in Wiesbaden. Viele Magento Partner und Dienstleister mit Magento Modulen werden vor Ort sein. Auch wir von Visions sind in Halle 9, Stand 900 vertreten und dürfen Roy Rubin, den Gründer von Varien/Magento, am 30.09 willkommen heißen. Roy und ich stehen gerne für Termine zur Verfügung. Bei Interesse bitte einfach direkt an mich wenden.
02.11 Meet Magento II
Nach dem großen Erfolg von Meet Magento im Februar dieses Jahres findet bereits am 2. November die Fortsetzung statt. Veranstaltungsort ist nicht mehr Leipzig, sondern die Börse in Frankfurt. Die Vorträge richten sich erfahrungsgemäß an die Community, Entwickler und interessierte Shopbetreiber. Ich kann jetzt bereits zwei Vorträge meiner Kollegen Dimitri Gatowski, Sebastian Heuer und Daniel Brylla empfehlen, die als Autorenteam Themen aus dem im O’Reilly Verlag erscheinenden Handbuch für Magento Entwicklung aufgreifen werden. Da die Tickets bekannterweise schnell ausverkauft sind, empfiehlt sich ein frühzeitiger Kauf.
03-04.11 Insight E-Commerce
Auch im Intershop-Tower in Jena wird es sich im Herbst um Magento drehen. Roy Rubin und Yoav Kuttner (CTO Varien) sind vor Ort und werden in interessanten Vorträgen und Diskussionen zu sehen sein. Besonders freue ich mich auf das Thema „Open Source im E-Commerce – Risiko im Betrieb oder Chance für Innovationen?“, bei dem Stefan Hollmann von Intershop und Roy Rubin sicher nicht der gleichen Meinung sein werden.
17.11 E-Commerce Conference
Die E-Commerce Veranstaltungsreihe geht in eine neue Runde. In Hamburg werden Thieß Rathjen (e-Commerce Leiter Globetrotter Ausrüstung) und ich mit dem Thema „Praxiserfahrung mit Magento Shopsoftware am Use Case Jack Wolfskin“ teilnehmen und über die Evaluierung, Konzeption, Umsetzung, Go Live und die bisherige Erfahrung mit Magento und dem deutschen Jack Wolfskin Magento Shop berichten.
Ich freue mich auf einen spannenden Herbst! Falls ich eine Veranstaltung mit Magento Beiträgen vergessen haben sollte, bitte einfach per Kommentar ergänzen.
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Mit der Veröffentlichung eines Kundenfeedbacks (Grasscity) nach dem Umstieg von Intershop auf Magento im Magento Blog und dem darauffolgenden Thema bei Excitingcommerce ist die Diskussion um Shopsoftware auf dem Enterprise Level jetzt erstmalig auch unter Einbeziehung von Intershop ausgebrochen.
Interessanterweise scheint es für einige Marktteilnehmer noch immer überraschend zu sein, dass Magento sich als kommerzielles Open Source System direkt gegen Intershop, Hybris, IBM Websphere, Demandware und weitere rein kommerzielle Anbieter von Shopsoftware platziert und auch durchsetzen kann. Die entsprechende Zielgruppe, also die online Händler, haben Magento schon längst als Alternative für sich entdeckt und schließen das System in ihre Evaluierungen mit ein. Das zeigt auch unsere Erfahrung der ersten 6 Monate dieses Jahres, in denen wir bei Visions fast ausschließlich von Unternehmen eingeladen werden, die in die Zielgruppe der o.a. Softwareanbieter fallen.
Wie sehr sich diese Anbieter aktuell noch gegen den Open Source Ansatz wehren und sogar Aussagen wie „Open Source kann nicht Enterprise sein“ in dem Raum stellen, kann man sehr schön in einer Diskussion bei Xing nachvollziehen, in der einer der Top 50 deutschen e-Commerce Shops (MDM) Informationen ersucht und sich nach Open Source Lösungen für ein Unternehmen seiner Größe erkundigt.
In der aktuellen Diskussion um das oben angesprochene Kundenzitat bei Excitingcommerce und auch bei Xing wird die Frage nach dem besten Entwicklungsmodell gestellt. Open Source Standardsoftware wird dort in einem Kommentar von Stefan Hollmann von Intershop mit kommerzieller Standardsoftware auf eine Seite gestellt und eher die Individualentwicklung als Alternative dargestellt. Dabei zeichnet es gerade kommerzielle Open Source Systeme wie Magento aus, die Vorteile einer Standardsoftware (betreut und weiter entwickelt durch den Hersteller) mit denen einer Individualentwicklung (maximale Flexibilität in der Entwicklung bei Unabhängigkeit von Agentur und Entwicklern) zu kombinieren. Im Vergleich dazu ist eine komplette Eigenentwicklung bei den Umfängen an Funktionalität, die jeder online Shop heute von Haus aus bieten muss, aufgrund der viel höheren TCO wohl nur bei sehr individuellen Geschäftsmodellen anwendbar, die wenige Gemeinsamkeiten mit Standardsoftware haben.
Ich bin gespannt, wie sich die oben genannten rein kommerziellen Anbieter in Zukunft gegen kommerzielle Open Source Anbieter behaupten wollen, die die Sicherheit eines Softwarehauses mit der Entwicklunsgeschwindigkeit und Flexibilität eines Open Source Produktes verbinden. Die generelle Verbreitung von Open Source Software in anderen Themenbereichen des Enterprise Segments deutet da wohl einen eindeutigen Trend. Auch interessant in diesem Kontext: Gartner: Use open source to cut 35% from e-commerce costs
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