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Calipso – das erste Open Source CMS auf Basis von Node.js und MongoDB

Bei meiner Suche nach Shopsystemen oder Frameworks im e-Commerce auf Basis von JavaScript und NoSQL anstelle von PHP und MySQL habe ich ein erstes CMS gefunden. Calipso heißt das noch junge Projekt, dass als Open Source veröffentlicht wurde und auf Node.js, sowie MongoDB basiert.

Soweit ich es sehen kann arbeitet momentan nur der Gründer Clifton an dem Projekt und ist natürlich auf der Suche nach weiteren Entwicklern, die Interesse haben sich zu beteiligen. Als Node.js Framework wird Express und für MongoDB das object modeling Tool Mongoose eingesetzt.

Auch wenn wir uns sicher noch ganz am Anfang der Entwicklung von Webanwendungen auf Basis neuer Technologien befinden, bekomme ich das Gefühl, dass Node.js und MongoDB das Rennen machen werden.

Laut RedWriteWeb ist Calipso neben Wheat, einem Blog System, das erste CMS, welches vollkommen auf Node.js und eine NoSQL Datenbank im Hintergrund setzt. Da die Skalierbarkeit und Performance bei dieser Architektur besonders gut ist, sollten besonders stark besuchte Seiten die Entwicklung von Calipso verfolgen. Hoffentlich wächst hier eines der ersten CMS einer neuen Web-Generation heran!

Magento vs. Oxid eSales: Wer zieht die Fäden im Hintergrund?

Durch die Bekanntmachung der eBay Beteiligung von 49% an Magento ist die Diskussion um die Ausrichtung und Unabhängigkeit entbrannt. Im März 2010 wurde von einem 21,5 Mio. USD Investment berichtet, welches somit aufgeklärt sein sollte. Es zeigen sich jetzt viele Stimmen sehr kritisch über die Open Source & Community Zukunft von Magento innerhalb der eBay Gruppe. Besonders Magento GO (Projektname Stratus) scheint ein wichtiger Eckpunkt für das Investment von eBay zu sein, denn die Bekanntmachung der Beteiligung wurde fast ein Jahr verzögert, um die Katze erst nach der Imagine Konferenz aus dem Sack zu lassen in derem Kontext GO angekündigt wurde.

Unabhängig davon, ob eBay Magento in 2010 und heute noch genug Luft lässt die eigene „Vision“ zu verfolgen, ist durch die jetzt schon 49% Beteiligung klar, dass das Gründerteam um Roy Rubin und Yoav Kuttner mittelfristig nicht mehr in der Lage sein wird mit der selbstbestimmten Dynamik voran zu schreiten, die Magento 2008 und 2009 groß gemacht hat. Initiativen wie die engere Einbindung der Community in die Entwicklung des Kernproduktes scheinen still zu stehen und, wie auch Roman bemerkt, nicht über das Melden von Bugs hinaus zu kommen. Fragen nach einem Fork oder einer Revolution aus der Community heraus werden gestellt.

Wie steht es eigentlich finanziell um Oxid, die den Open Source Schritt erst nach Magento gegangen sind und immer etwas im Schatten von Magento stehen? Ich habe Quellen gefunden, die darauf hinweisen, dass Oxid im November 2008 von der MBG (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg) Mittel erhalten hat, um u.a. die Open Source Strategie verfolgen zu können. Aus den Erläuterungen des Jahresabschlusses geht außerdem hervor, dass Oxid 2011 laut Prognose erstmalig profitabel das Jahr beenden möchte. Wer steckt also hinter der MBG und welcher Einfluss auf Oxid wird durch diesen Investor ausgewirkt? In der Pressemeldung wird dieses verdeutlicht:

Die Beteiligung erfolgte im Rahmen der 2007 beschlossenen Kooperation von LBBW Venture, KfW und MBG zur Förderung von innovativen Wachstumsunternehmen. Die Gesamtkooperation von LBBW Venture, KfW und MBG umfasst derzeit ein Beteiligungsvolumen von 30 Mio. €. Mit diesem Finanzierungsangebot soll sichergestellt werden, dass jungen Unternehmen in der Entwicklungs- und Markteinführungsphase in Baden-Württemberg neben einer ausreichenden Kapitalausstattung durch die intensive Betreuung und die Bündelung der sich ergänzenden Netzwerke eine optimale Unterstützung zukommt. Das Angebot zielt darauf, die Erfolgschancen von innovativen Gründungen in Baden-Württemberg zu stärken.

Meiner Meinung nach ist somit eine klare Unterstützung in der Markteinführungsphase gemeint, welche in den kommenden Jahren abgeschlossen sein sollte. Strategisch sollte Oxid daher wohl unabhängig bleiben können. Wie sich genau die Beteiligungsverhältnisse um Oxid gestalten hat sich mir jedoch noch nicht erschlossen.

Ich teile die Meinung, dass sich Magento zwischen vielen Investoren entscheiden konnte und in dieser frühen Phase daher keine Abhängigkeit in solcher Größe hätte eingehen sollen. Vermutlich wäre ein rein finanzielles Investment, wie in dem Beispiel von Oxid, die bessere Wahl gewesen, um strategisch auch weiterhin das Ruder in der Hand zu haben. Community vs. Enterprise vs. GO wird sicher  noch heftig diskutiert werden.

T3N Geburtstags BBQ am Freitag den 9. Juli bei Visions

Wie bereits in der aktuellen Ausgabe angekündigt, feiern wir mit dem T3N in Hannover bei einem Barbecue den fünften Geburtstag des Magazins und laden auch herzlich interessierte Entwickler und Freunde von Visions und dem T3N ein.

Damit wir sicherstellen können auch genug zu Essen und Getränke vor Ort zu haben, meldet Euch bitte einfach via Facebook oder über einen Kommentar hier im Blog an.

Zeit: Freitag 9. Juli ab 17 Uhr
Ort: Leisewitzstr. 4 in 30175 Hannover
Anmeldung: via Facebook

Ich freue mich auf anregende Diskussionen und einen schönen Abend!

Finanzspritze: $ 21,5 Mio. für Magento

Wie einige Quellen berichten und mir gegenüber soeben auch Roy Rubin bestätigt hat, bekommt Magento erstmalig Kapital und will massiv in neue Services investieren.

Wie sich bereits an den Stellenausschreibungen erkennen lässt, hat Magento einiges vor. Neben Entwicklern sucht Varien vor allem Unterstützung beim Aufbau in Europa, Training, Zertifizierungen und auch SAAS.

In Kürze wird es wohl auch eine offizielle Meldung zu dem Thema geben, in der dann hoffentlich auch mehr Details bekannt gemacht werden.

Google vs. Apple – Next Round e-Commerce?

Ich habe in den letzten Monaten gespannt verfolgt wie sich die einst so gegenseitig bewundernden Konzerne Apple und Google Schritt für Schritt zu Konkurrenten entwickeln. Google aus der Richtung des Werberiesen zum Softwarehersteller und jetzt sogar mit direkt an den Kunden vertriebenen Nexus One Mobiltelefon. Und auf der anderen Seite Apple aus der Richtung des Soft- und Hardwareherstellers durch Akquisitionen von eindeutig ausgerichteten Firmen (Mobilwerbung) und die Erweiterung der Produktpalette des iTune Stores, sowie die Reichweitedes iPhones, in Richtung des Werbetreibenden.

Als Eric Schmidt vor ein paar Jahren ankündigte Googles Zukunft sei „Mobile“ und Apple mit dem iPhone eine Erfolgsgeschichte startete, war vorprogrammiert, dass sie aufeinander stoßen müssten. Interessanter weise ist Eric Schmidt zu diesem Zeitpunkt auch Board-Mitglied bei Apple.

Die folgende, noch recht junge, Aussage von Steve Jobs bringt den Konflikt dann auf den Punkt:

Unfortunately, as Google enters more of Apple’s core businesses, with Android and now Chrome OS, Eric’s effectiveness as an Apple board member will be significantly diminished since he will have to recuse himself from even larger portions of our meetings due to potential conflicts of interest.

Somit ist also sichergestellt, dass es in der Zukunft noch einen spannenden Konkurrenzkampf auf viele Gebieten zwischen Apple und Google geben wird!

Mich interessiert der Bereich e-Commerce in diesem Zusammenhang:

  • Was passiert wenn Apple anfängt neben virtuellen Produkten (Apps) auch auszuliefernde Artikel von Markenherstellern über den App Store zu vertreiben oder mit Händlern kooperiert?
  • Wäre Apples Zugang zu Kreditkarten vieler Millionen Kunden nicht das ideale Zahlungssystem für online Shops und könnten sie so nicht auch mit Google Checkout oder Amazon Payment konkurrieren?
  • Ist Apple durch ihre (immerhin zensierten) Apps offen genug oder wird Google punkten, da das ganze Betriebssystem Open Source ist und mehr e-Commerce Visionen ermöglicht?
  • Wird Google auch Apps von Apple für Android versuchen abzulehnen, so wie es mit Google Apps für das iPhone passiert ist, die Apple nicht gefallen haben?
  • Wird es Apps geben die das Einkaufen in vielen Shops gleichzeitig ermöglichen oder sogar Integrationen auf Betriebssystemebene von Haus aus?

In diesem Bereich könnte ich mir Apps vorstellen, die aufgrund der standardisierten APIs von Shopsystemen, wie Magento, Kataloge auslesen und Bestellungen zurücksenden. Ein neuer Vertriebsweg für Shopbetreiber?

Sicher ist, dass durch den Einfluss von Open Source und die unglaubliche Verbreitung von iPhones das Thema e-Commerce bei Apple und Google, egal ob direkt oder per Apps von Drittparteien, extrem spannend wird!