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Der Magento Herbst

Der Herbst und damit eine ganze Reihe spannender Veranstaltungen mit Magento Schwerpunkt steht vor der Tür! Einen internationalen Überblick kann man im Magento Blog finden. Was sich im deutschen Raum ereignen wird habe ich hier kurz zusammengefasst:

30.09 – 01.10 Mail Order World / Versandhandelskongress

In gut zwei Wochen öffnet die Mail Order World 2009 in Wiesbaden. Viele Magento Partner und Dienstleister mit Magento Modulen werden vor Ort sein. Auch wir von Visions sind in Halle 9, Stand 900 vertreten und dürfen Roy Rubin, den Gründer von Varien/Magento, am 30.09 willkommen heißen. Roy und ich stehen gerne für Termine zur Verfügung. Bei Interesse bitte einfach direkt an mich wenden.

02.11 Meet Magento II

Nach dem großen Erfolg von Meet Magento im Februar dieses Jahres findet bereits am 2. November die Fortsetzung statt. Veranstaltungsort ist nicht mehr Leipzig, sondern die Börse in Frankfurt. Die Vorträge richten sich erfahrungsgemäß an die Community, Entwickler und interessierte Shopbetreiber. Ich kann jetzt bereits zwei Vorträge meiner Kollegen Dimitri Gatowski, Sebastian Heuer und Daniel Brylla empfehlen, die als Autorenteam Themen aus dem im O’Reilly Verlag erscheinenden Handbuch für Magento Entwicklung aufgreifen werden. Da die Tickets bekannterweise schnell ausverkauft sind, empfiehlt sich ein frühzeitiger Kauf.

03-04.11 Insight E-Commerce

Auch im Intershop-Tower in Jena wird es sich im Herbst um Magento drehen. Roy Rubin und Yoav Kuttner (CTO Varien) sind vor Ort und werden in interessanten Vorträgen und Diskussionen zu sehen sein. Besonders freue ich mich auf das Thema „Open Source im E-Commerce – Risiko im Betrieb oder Chance für Innovationen?“, bei dem Stefan Hollmann von Intershop und Roy Rubin sicher nicht der gleichen Meinung sein werden.

17.11 E-Commerce Conference

Die E-Commerce Veranstaltungsreihe geht in eine neue Runde. In Hamburg werden Thieß Rathjen (e-Commerce Leiter Globetrotter Ausrüstung) und ich mit dem Thema „Praxiserfahrung mit Magento Shopsoftware am Use Case Jack Wolfskin“ teilnehmen und über die Evaluierung, Konzeption, Umsetzung, Go Live und die bisherige Erfahrung mit Magento und dem deutschen Jack Wolfskin Magento Shop berichten.

Ich freue mich auf einen spannenden Herbst! Falls ich eine Veranstaltung mit Magento Beiträgen vergessen haben sollte, bitte einfach per Kommentar ergänzen.

Gefangen im SaaS e-Commerce

Die Plattform Diskussion zwischen Demandware (SaaS) und Magento (kommerzielles Open Source) ist im vollen Gange. Matt Asay schrieb bei CNET über die fehlerhafte Kritik an Open Source von Stephan Schambach, Roy Rubin griff das Thema im Magento Blog auf und Jochen Krisch informierte über den Stand der Debatte. So sah sich Demandware gezwungen erneut Stellung zu dem Thema zu nehmen und rechtfertigte sich gleich in zwei weiteren Beiträgen in ihrem Blog.

Die Argumentation von Stephan Schambach gegen die bekannte Abhängigkeit von SaaS Anbietern überraschte mich dann doch sehr:

With Demandware, there is vendor dependency, of course. But what is delivered is well defined, and there is the same customization flexibility as with other development environments.

Aus meiner Sicht wird die Abhängigkeit von einem Anbieter wie Demandware nicht dadurch geschwächt, dass diese genau definiert ist in Verträgen. Ganz im Gegenteil, denn die Innovationsgeschwindigkeit und die Möglichkeit der Ausarbeitung von Alleinstellungsmerkmalen liegt bei einer SaaS Plattform immer in der Entscheidungshoheit des Anbieters. Sollte dieser eine Funktion für so interessant halten, dass sie aufgenommen wird in die Software, ist davon auszugehen, dass diese von einer großen Anzahl von Kunden nachgefragt wird und dann auch zeitgleich überall in der gleichen Weise eingebunden wird. Wettbewerbsvorteile sehen anders aus.

Die Abhängigkeit von Demandware als SaaS Anbieter versucht Stephan Schambach weiterhin gleich zu setzen mit der beim Einsatz einer Open Source Entwicklung:

In a heavily customized Open Source app, the business side—the eCommerce merchandisers—are dependent on either an agency for every change and pay through the nose, or they depend on an IT department and talent is hard to find, expensive, and even harder to keep.

Diese Argumentation beinhaltet einige Fehleinschätzungen und trifft eher auf eine komplette Eigenentwicklung zu, als auf eine standardisierte Open Source Lösung. Der Vorteil hier liegt gerade darin, dass viele Agenturen, der Hersteller und auch In-House Entwickler die Lösungen weiterentwickeln und warten können. In der Regel wird durch Schulungen, Dokumentation und Literatur zu der Plattform die Möglichkeit gegeben unabhängig von einer Agentur oder wenigen Entwicklern zu sein.  Sicher ist aktuell die Nachfrage nach Magento Entwicklern hoch, die Anzahl der Entwickler die sich mit der Plattform beschäftigen und somit in Frage kommen als Mitarbeiter ist jedoch auch riesig (Mehr als 1 Mio. Downloads in 14 Monaten).

Genau wie bei Demandware setzt Magento bei Komponenten die die Kernkompetenz verlassen auf externe Dienstleister und auch SaaS. So findet man neben spezialisierten Infrastruktur-Dienstleistern bei Magento Connect mittlerweile weit über 1.000 Module unter denen auch Anbindungen an SaaS Dienste sind. Die freie Auswahl der passenden Dienste ist in diesem Fall jedoch dem Shopbetreiber überlassen und nicht von der Plattform vorgegeben. Außerdem kann in dieser Konstellation sichergestellt werden, dass die wertvollen Daten auch wirklich im Besitz des Kunden bleiben und nicht an den Dienstleister gebunden sind.

Das nenne ich e-Commerce Freedom.

Entwicklungsmodelle: Magento vs. Intershop

Mit der Veröffentlichung eines Kundenfeedbacks (Grasscity) nach dem Umstieg von Intershop auf Magento im Magento Blog und dem darauffolgenden Thema bei Excitingcommerce ist die Diskussion um Shopsoftware auf dem Enterprise Level jetzt erstmalig auch unter Einbeziehung von Intershop ausgebrochen.

Interessanterweise scheint es für einige Marktteilnehmer noch immer überraschend zu sein, dass Magento sich als kommerzielles Open Source System direkt gegen Intershop, Hybris, IBM Websphere, Demandware und weitere rein kommerzielle Anbieter von Shopsoftware platziert und auch durchsetzen kann. Die entsprechende Zielgruppe, also die online Händler, haben Magento schon längst als Alternative für sich entdeckt und schließen das System in ihre Evaluierungen mit ein. Das zeigt auch unsere Erfahrung der ersten 6 Monate dieses Jahres, in denen wir bei Visions fast ausschließlich von Unternehmen eingeladen werden, die in die Zielgruppe der o.a. Softwareanbieter fallen.

Wie sehr sich diese Anbieter aktuell noch gegen den Open Source Ansatz wehren und sogar Aussagen wie „Open Source kann nicht Enterprise sein“ in dem Raum stellen, kann man sehr schön in einer Diskussion bei Xing nachvollziehen, in der einer der Top 50 deutschen e-Commerce Shops (MDM) Informationen ersucht und sich nach Open Source Lösungen für ein Unternehmen seiner Größe erkundigt.

In der aktuellen Diskussion um das oben angesprochene Kundenzitat bei Excitingcommerce und auch bei Xing wird die Frage nach dem besten Entwicklungsmodell gestellt. Open Source Standardsoftware wird dort in einem Kommentar von Stefan Hollmann von Intershop mit kommerzieller Standardsoftware auf eine Seite gestellt und eher die Individualentwicklung als Alternative dargestellt. Dabei zeichnet es gerade kommerzielle Open Source Systeme wie Magento aus, die Vorteile einer Standardsoftware (betreut und weiter entwickelt durch den Hersteller) mit denen einer Individualentwicklung (maximale Flexibilität in der Entwicklung bei Unabhängigkeit von Agentur und Entwicklern) zu kombinieren. Im Vergleich dazu ist eine komplette Eigenentwicklung bei den Umfängen an Funktionalität, die jeder online Shop heute von Haus aus bieten muss, aufgrund der viel höheren TCO wohl nur bei sehr individuellen Geschäftsmodellen anwendbar, die wenige Gemeinsamkeiten mit Standardsoftware haben.

Ich bin gespannt, wie sich die oben genannten rein kommerziellen Anbieter in Zukunft gegen kommerzielle Open Source Anbieter behaupten wollen, die die Sicherheit eines Softwarehauses mit der Entwicklunsgeschwindigkeit und Flexibilität eines Open Source Produktes verbinden. Die generelle Verbreitung von Open Source Software in anderen Themenbereichen des Enterprise Segments deutet da wohl einen eindeutigen Trend. Auch interessant in diesem Kontext: Gartner: Use open source to cut 35% from e-commerce costs

Magento führt Unit-Testing ein

Wie Magento per Twitter heute Nacht meldete, werden die folgenden Versionen Test Suites beinhaltet mit denen Modultests durchgeführt werden können. Das deckt sich mit unseren Dialogen, die wir vor drei Wochen in Kiev mit dem Kernteam der Magento Entwickler geführt haben.

Da Unit-Tests als Qualitätskriterium (wenn man sie richtig einsetzt) gesehen werden, wird dieser Schritt sicher viele Entwickler interessieren, die sich bisher nicht an Magento gewagt haben.

Empfehlenswerte Magento Bücher

Mittlerweile sind einige Bücher zum Thema Magento erschienen. Ich zeige in diesem Beitrag empfehlenswerte Bücher und deren Zielgruppen. So sollte es Kaufinteressierten leichter fallen zu sehen welche Bücher am besten geeignet sind für die individuellen Vorhaben.

Bereits erschienen

oreilly-magento

Online-Shops mit Magento von Roman Zenner
O’Reilly Verlag / ISBN 978-3-897218-68-0
Erschienen am 29. April 2009
384 Seiten
€ 34,90

In diesem Buch von Roman Zenner erfährt der Leser wie ein Magento Shop installiert, eingerichtet und lokalisiert wird. Im Anschluss an den „Magento-Crashkurs“ werden Themen wie Produktkatalogaufbau, CMS, Multishop-Funktionalität, Templates, Themes, Marketing-Tools und Schnittstellen behandelt. Sehr hilfreich ist, dass das ganze Buch entlang eines Beispiels geschrieben ist und sich somit schlüssig durcharbeiten lässt.

galileo-magento

Webshops mit Magento von Alexander Steireif und Rouven Rieker
Galileo Press / ISBN 978-3836213783
Erschienen am 27. April 2009
320 Seiten
€ 29,90

Das Autorenteam behandelt neben dem Einrichten eines Shops die Magento Schwerpunkte Module, Erweiterungen und Umstieg von xt:Commerce. Es werden auch Themen angesprochen, die das Buch nicht direkt behandelt, wie zum Beispiel ein kurzer Abschnitt zur Performance.

Beide bisher angesprochenen Bücher haben die Zielgruppe der Shopbetreiber, die sich selber in Magento einarbeiten wollen und neben der Bedienung des Systems auch Grundzüge der Anpassungen erlernen möchten.

Bereits erschienen als PDF

magento-handbuch-tech

Magento Handbuch von TechDivision in der dritten Auflage
279 Seiten
€ 29,90

Der Klassiker unter den PDF Handbüchern ist bereits in der dritten Auflage erhältlich und bietet Shopbetreibern die Möglichkeit schnell die Administration und Funktionen von Magento zu verstehen. Das Buch wird zum sofortigen Download, interessanter weise im auf Prestashop basierenden online Shop, angeboten.

magento-user-guide

Magento User Guide von Varien
217 Seiten
$ 19,95

Vor wenigen Tagen hat Magento (Varien) selber auch ein PDF Handbuch auf den Markt gebracht. Es basiert auf der aktuellsten Version von Magento und bietet daher einen sehr guten Überblick aller momentan in Magento verfügbaren Funktionen. Wenn ein Buch in englischer Sprache von Interesse ist, würde ich den User Guide sehr empfehlen.

Der Markt der Einsteigerbücher für Magento mit der Zielgruppe der Shopbetreiber, die lernen möchten mit der Oberfläche umzugehen, scheint mittlerweile in Druck und PDF gut abgedeckt zu sein und es sind sogar bereits weitere Bücher angekündigt, die in Kürze erscheinen werden. Hingegen werden die Rufe nach einem wirklichen Programmierer Buch auf aktuellem Stand in den Rezensionen der bisherigen Erscheinungen immer lauter. Das einzige mir bisher bekannte Programmiererhandbuch für Magento ist „php|architect’s Guide to Programming with Magento„, ein mittlerweile nicht mehr aktuelles Buch mit 150 Seiten aus März 2008.
Ein neues und sehr umfassendes Buch für diese Zielgruppe wird „Magento: Das Handbuch für Entwickler„, ein noch nicht erschienenes Buch im O’Reilly Verlag sein, das aktuell gemeinsam von vier erfahrenen Entwicklern unserer ausschließlich auf Magento Entwicklung spezialisierten Agentur Visions geschrieben wird. Erscheinen wird das Buch voraussichtlich Ende Oktober, pünktlich zu Meet Magento 2.