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Meet Magento Vorträge jetzt online

Wie Meet Magento heute per Twitter meldete sind jetzt alle Vorträge vom 5 Februar online zu sehen. Zusätzlich werden auch Interviews gezeigt, die während der Veranstaltung aufgenommen wurden.

Auch ich habe einen Vortrag gehalten, in dem ich die Projekte Jack Wolfskin, Mydeco und Quehoteles vorstelle. Die zugehörige Präsentation ist jetzt bei Slideshare zu sehen:

Mein Kollege Dimitri Gatowski hat einen sehr interessanten Vortrag zu der Erweiterbarkeit und Flexibilität von Magento anhand einer Integration von Risikomanagementprozessen gehalten, den ich hier empfehlen möchte. Die Folien sind jetzt ebenfalls bei Slideshare zu sehen:

Mayflower vergleicht Magento, Oxid und xt:commerce

Björn Schotte, der Geschäftsführer von Mayflower (einem auf PHP Entwicklung spezialisierten Dienstleister, der sich 2007 im Bereich e-Commerce durch die Zertifizierung einiger seiner Programmierer auf Oxid ausgerichtet hat) stellte bei der e-Commerce Conference dieses Jahr bereits zwei mal einen Vergleich von Magento, Oxid und xt:commerce vor.

Verglichen werden die Aspekte Performance, 3rd party Module, Dokumentation für Entwickler, Community, Erfahrung im Bereich Enterprise, Code Qualität, Modernität und TCO. Die out-of-the-box Funktionalität der Shopsysteme wird hierbei außer Acht gelassen, was mich doch sehr verwundert, da sie nach meiner Erfahrung eine große Rolle bei der Wahl des Systems für Interessenten spielt und sich auch erheblich auf die TCO auswirkt. Magento hätte bei diesem Aspekt weit vor Oxid gelegen.

Bei der Next09 vor zwei Wochen hatte ich mich direkt mit Björn über seinen Vergleich ausgetauscht und wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass Magento bei dem viel diskutierten Punkt out-of-the-box Performance sicher noch seine Schwächen hat, es für die in der Präsentation angesprochenen Enterprise Interessenten jedoch wenig von Interesse ist wie sich das System ohne Optimierung und nicht zugeschnitten auf die Anforderungen verhält. Wenn man sich bei den Referenzen von Oxid und Magento umsieht und dort die Ladezeiten vergleicht sieht man schnell, dass sich diese bei den Top Referenzen auf einem Niveau bewegen. Der VOD Shop von Premiere (Ein Oxid Shop an dem auch Mayflower beteiligt war), wie auch der online Shop von Jack Wolfskin (Ein Magento Shop umgesetzt durch Visions) liegen beide konstant bei ca. 1,3 bis 3,5 Sekunden im Seitenaufbau je nach Seitentyp.

Bei den Themen Modernität und Codequalität muss ich aus meiner Sicht und der unserer Entwickler, die sich mit beiden Systemen beschäftigt haben, den Aussagen von Björn in der Präsentation widersprechen. Technisch ist die schlechte Bewertung von Magento im Vergleich zu Oxid dort nicht nachvollziehbar.

Zusammenfassend denke ich, dass Oxid in jedem Fall den richtigen Schritt gemacht hat, indem sie den Weg von Magento eingeschlagen haben und zum kommerziellen Open Source Anbieter geworden sind. XTC scheint mittlerweile weit abgeschlagen. Wie gut sich Magento und Oxid im Markt der Enterprise e-Commerce Lösungen platzieren können mit ihren offenen Konzepten wird sich wohl in den nächsten 12 Monaten deutlich zeigen. Jochen Krisch sieht in Magento und Oxid jetzt bereits gute Alternativen zu individuellen e-Commerce Lösungen. Genau diese Einschätzung kann ich auch bestätigen, da die meisten Magento Projekte, mit denen ich mich aktuell beschäftige, in-house Lösungen ablösen.

Jeff Jarvis eröffnet mit “The Great Restructuring” die next09

Es sind nur noch 15 Tage bis zur Next Conference 2009, die erstmalig über zwei Tage gehen wird und wegen der stark gewachsenen Besucheranzahl auf 1.500 in den Kampnagel Hamburg umgezogen ist. Das Aufgebot an Referenten ist erneut beeindruckend, so findet man neben den bekannten großen Internet-Marken wie eBay, Facebook, Linkedin, Amazon und Google auch Unternehmen wie BMW, Otto, Deutsche Telekom, Jägermeister und die Deutsche Bank, um nur ein paar zu nennen, mit ihren Vertretern auf der Liste der Speakers.

Das Thema der diesjährigen Next ist “Share Economy” und Jeff Jarvis wird mit seiner Keynote “The Great Restructuring” das Event eröffnet. Einen ersten Vorgeschmack auf seine Keynote gab er in seinem Interview mit Nicole Simon. In seinem Blog BuzzMachine erläutert er “The Great Restructuring“, seine Interpretation der Finanzkrise, in einem ausführlichen Beitrag.

Auch ich werde die Next dieses Jahr wieder besuchen und erstmalig auch mit Visions in der Sponsor Lounge präsent sein. Wir haben uns das Motto “Sharing Code for Growth” vorgenommen und werden am Beispiel von Magento zeigen welche Vorteile Open Source Software im Enterprise Segment mit sich bringt und die Magento Lösungen von mydeco und Jack Wolfskin vorstellen.

Open Source setzt sich im Enterprise Segment durch!

In einer heute veröffentlichten Präsentation von Matt Asay wird eindrucksvoll am Beispiel von Openbravo geschildert wie eine “commercial open-source community” aufgebaut werden sollte.

Besonders interessant finde ich die Ergebnisse der aufgeführten Umfragen:

  • Geplanter Einsatz von Open Source Applikationssoftware in 53% der befragten Unternehmen bis 2010 (siehe Folie 3)
  • Top 5 Entscheidungskriterien sind: Niedrige Gesamt-, Lizenz- sowie Supportkosten, offener Entwicklungsprozess und offener Quellcode (siehe Folie 5)
  • Neben Kostenersparnissen steht auch die Risikoreduktion im Vordergrund der Entscheidungen
  • 92% der Unternehmen geben an, dass sie durch den Einsatz von Open Source eine Qualitätssteigerung erzielen konnten (siehe Folie 8 )

Erst vor kurzem hatte ich mich in einer Diskussion bei Xing gegen die Aussage gewehrt, dass Open Source nicht Enterprise sein kann. Diese Denkweise scheint jedoch aus dem Bereich der rein kommerziellen Softwareanbieter noch stark verbreitet zu werden.

Auch Heise berichtete vor kurzem über die Verbreitung von Open Source im Enterprise Bereich mit Bezug auf die gleiche Studie, die Matt Asays Präsentation zugrunde liegt. Ebenfalls sehr lesenswert in diesem Zusammenhang ist die Trendstudie Open Source von Dr. Oliver Diedrich.

Nach all diesen guten Zeichen für Open Source Software bin ich besonders gespannt wie sich die Lösungen im Bereich des e-Commerce (Magento, Oxid, PrestaShop und FWP) mittelfristig gegen die kommerziellen Anbieter (Intershop, Hybris, IBM Websphere und Venda) schlagen werden. Weitere spannende Projekte führender e-Commerce Händler auf Basis von Open Source Lösungen wurden zwischen den Zeilen ja bereits angekündigt.

Erfahrungsbericht e-Commerce: Eigenentwicklung vs. Standardlösung

Diese Woche berichtete Jochen Krisch bei Exciting Commerce über die Vorliebe einiger Top 500 Shops (Umsatz größer 500.000 € und meist aus der Haustierbranche) für Eigenentwicklungen bei e-Commerce Lösungen. Seine Begründung ist dabei sehr einleuchtend:

Die marktprägenden Shopsystemhersteller haben zu lange auf die Anforderungen der vermeintlichen Big Player aus dem Multi-Channel- und Katalogversand gesetzt und so zunehmend die Expertise bei den reinen Online-Versendern verloren (s. Shoppingsysteme mit Zukunft). Bezeichnend für diese Entwicklung ist, dass ausgerechnet ein Newcomer wie Magento als erster mit einer Lösung für Clubkonzepte aufwartet.

Auch wir bei Visions haben vor unserer Ausrichtung auf Magento ausschließlich individuelle e-Commerce Lösungen entwickelt, da Standardlösungen für unsere Kunden wegen der Ausrichtung auf Alleinstellungsmerkmale nicht interessant waren. So lösten wir bei Aria.co.uk, einem der größten online Shops für Computer Komponenten in England, 2007 die frühere individuelle Lösung durch eine neue Eigenentwicklung ab, die bis heute sehr erfolgreich eingesetzt wird.

Da jedoch die Anforderung an Standard-Funktionen immer weiter wuchs und der Aufwand diese in bereits bestehende Eigenentwicklungen zu integrieren nicht in dem Verhältnis zum Mehrwert stand, spielten wir, wie viele andere e-Commerce Dienstleister auch, mit dem Gedanken eine eigene Lösung aufzusetzen mit der wir dann bestens aufgestellt sein würden (theoretisch). In den Anfängen der Planung unserer eigenen Lösung sahen wir dann Varien mit der Umsetzung von Magento mit einem 60 Mann starken Entwicklungsteam beginnen. Genau der richtige Zeitpunkt, um unsere Planung mit der von Varien abzugleichen und dann festzustellen, dass Open Source in Kombination mit einem so starken Entwicklungsteam uns sehr bald überlegen sein würde. Wir prüften außerdem die bereits bestehenden Systeme von Anbietern, die auf der Suche nach neuen Partneragenturen waren, wie Intershop, Oxid und ePages. Diese konnten bei den Aspekten Funktionsumfang, Erweiterbarkeit und Systemarchitektur jedoch nicht mit den zu diesem Zeitpunkt angestrebten Zielen von Magento mithalten.

Glücklicherweise bewahrheiteten sich die ehrgeizigen Ziele von Magento und es konnte innerhalb von nur zwei Jahren ein e-Commerce System erstellt werden, welches bei Kunden wie Mydeco, die prädestiniert für eine Eigenlösung waren, bereits im Sommer 2008 die erste Wahl als Plattform wurde. In einem Interview im Shopbetreiber-blog hatte ich Mydecos Beweggründe detaillierter beschrieben. Auch die Serie “Magento und die Open Source Zukunft 2009-2010” gab einen schönen Ausblick auf die Dynamik hinter Magento durch den Open Source Faktor.

Zusammenfassend ist aus meiner Sicht zu sagen, dass eigenentwickelte e-Commerce Lösungen nur dann eine Option sein sollten, wenn in-house über die Qualitäten eines Softwareherstellers verfügt werden kann und ein Framework geschaffen wird, welches es verhindert in die bekannte Einbahnstraße zu fahren, aus der man nicht mehr ohne Systemwechsel heraus kommt. Dieses Problem ist bis jetzt bei jeder mir bekannten e-Commerce Eigenentwicklung aufgetreten. Durch den individuellen Ansatz verbaut man sich zu leicht die Optionen, die im schnelllebigen e-Commerce so dringend aufgeriffen werden sollten und dann zu einem späteren Zeitpunkt als Alleinstellungsmerkmal dienen sollen.
Standardlösungen hingegen sollten nur dann eingesetzt werden, wenn man durch das System einen Großteil der Anforderungen bereits abdecken kann und dann sichergestellt ist, dass die eigenen Anpassungen in Form von Modularen Erweiterungen erfolgen können, die die Updatefähigkeit des Standardsystems nicht beeinflussen. Nur dann erhalte ich mir den Vorteil an der Weiterentwicklung zu partizipieren und nicht jede Funktion selber umsetzen zu müssen. Wegen dieses Problems sind schon viele Unternehmen mit stark angepassten Standardlösungen nicht mehr in der Lage gewesen weiterhin dem Pfad des Softwareherstellers zu folgen.