Mit der Veröffentlichung eines Kundenfeedbacks (Grasscity) nach dem Umstieg von Intershop auf Magento im Magento Blog und dem darauffolgenden Thema bei Excitingcommerce ist die Diskussion um Shopsoftware auf dem Enterprise Level jetzt erstmalig auch unter Einbeziehung von Intershop ausgebrochen.

Interessanterweise scheint es für einige Marktteilnehmer noch immer überraschend zu sein, dass Magento sich als kommerzielles Open Source System direkt gegen Intershop, Hybris, IBM Websphere, Demandware und weitere rein kommerzielle Anbieter von Shopsoftware platziert und auch durchsetzen kann. Die entsprechende Zielgruppe, also die online Händler, haben Magento schon längst als Alternative für sich entdeckt und schließen das System in ihre Evaluierungen mit ein. Das zeigt auch unsere Erfahrung der ersten 6 Monate dieses Jahres, in denen wir bei Visions fast ausschließlich von Unternehmen eingeladen werden, die in die Zielgruppe der o.a. Softwareanbieter fallen.

Wie sehr sich diese Anbieter aktuell noch gegen den Open Source Ansatz wehren und sogar Aussagen wie “Open Source kann nicht Enterprise sein” in dem Raum stellen, kann man sehr schön in einer Diskussion bei Xing nachvollziehen, in der einer der Top 50 deutschen e-Commerce Shops (MDM) Informationen ersucht und sich nach Open Source Lösungen für ein Unternehmen seiner Größe erkundigt.

In der aktuellen Diskussion um das oben angesprochene Kundenzitat bei Excitingcommerce und auch bei Xing wird die Frage nach dem besten Entwicklungsmodell gestellt. Open Source Standardsoftware wird dort in einem Kommentar von Stefan Hollmann von Intershop mit kommerzieller Standardsoftware auf eine Seite gestellt und eher die Individualentwicklung als Alternative dargestellt. Dabei zeichnet es gerade kommerzielle Open Source Systeme wie Magento aus, die Vorteile einer Standardsoftware (betreut und weiter entwickelt durch den Hersteller) mit denen einer Individualentwicklung (maximale Flexibilität in der Entwicklung bei Unabhängigkeit von Agentur und Entwicklern) zu kombinieren. Im Vergleich dazu ist eine komplette Eigenentwicklung bei den Umfängen an Funktionalität, die jeder online Shop heute von Haus aus bieten muss, aufgrund der viel höheren TCO wohl nur bei sehr individuellen Geschäftsmodellen anwendbar, die wenige Gemeinsamkeiten mit Standardsoftware haben.

Ich bin gespannt, wie sich die oben genannten rein kommerziellen Anbieter in Zukunft gegen kommerzielle Open Source Anbieter behaupten wollen, die die Sicherheit eines Softwarehauses mit der Entwicklunsgeschwindigkeit und Flexibilität eines Open Source Produktes verbinden. Die generelle Verbreitung von Open Source Software in anderen Themenbereichen des Enterprise Segments deutet da wohl einen eindeutigen Trend. Auch interessant in diesem Kontext: Gartner: Use open source to cut 35% from e-commerce costs

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